Mein Golf II GL von 1988 aus Brüssel

  • Tatsächlich seit März nichts mehr geschrieben? Zeit für ein Update!


    Nachdem der Golf während meiner Arbeitslosigkeit die meiste Zeit nur stand, bringt er mich seit Juni nun täglich zu meiner neuen Arbeitsstelle. Zwar finde ich es optimal, dass ich nun endlich auch mal an meinem Wohnort arbeiten kann und nicht mehr pendeln muss, aber für so ein Auto ist Kurzstrecke ja nun nicht so förderlich, das muss ich im Auge behalten, wie es sich auf den Motor auswirkt.


    Im Juli stand der TÜV das erste Mal seit meiner H-Zulassung an, aber leider wurden beim ersten Termin gleich zwei erhebliche Mängel festgestellt: Rücklicht funktionierte nicht (peinlich!) und AU nicht bestanden _patsch


    Als erstes ans Rücklicht gemacht und den Rückfahrschalter am Getriebe getauscht (original VW natürlich):



    Rücklicht funktionierte anschließend immer noch nicht. Also Stecker auf Kabelbrüche überprüft, aber auch hier alles in Ordnung:



    Dann noch Sicherung gecheckt und auch hier alles einwandfrei. Also den Weg zum Kofferraum angetreten und mal alles frei gemacht. Hinter dem Verbandskasten habe ich dann doch tatsächlich ein loses Massekabel entdeckt, was ich bei der Reparatur des Heckkabelbaums offenbar übersehen hatte _patsch


    Die Lösung kann manchmal so einfach sein :D



    Jetzt funktionierte das Rücklicht auf beiden Seiten auch wieder einwandfrei und ich konnte mich dem Abgasproblem zuwenden. Vor ein paar Jahren hatte ich sehr günstig einen neuen HJS-Katalysator bei Ebay ersteigert, also beschloss ich, diesen nun einzubauen. Zusätzlich besorgte ich mir auch noch einen neuen Mini-Kat für 15€ und eine neue Bosch-Lambdasonde für 20€.


    Erstmal den alten Katalysator ausgebaut:




    meinen alten hatte ich vor ca. 10 Jahren und etwa 100tkm auch neu verbaut, aber leider war das Innenleben nicht mehr intakt, weil der Motor offenbar zu fett lief. Diesem Problem wollte ich mich anschließend widmen.




    Damit sollte ich nun schon mal bessere Werte erzielen. Aber falls der Motor immer noch zu fett laufen sollte, würde das nicht lange anhalten. Ich habe dann in einem anderen Forum eine Anleitung gefunden, wie man mit einem Multimeter den CO-Wert am NZ-Motor einstellen kann, hier mal ein Video von meinem Versuch:


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    Kurzfassung: Man greift das Signal von der Lambdasonde ab und dreht anschließend die Bypass-Schraube vom Luftmengenmesser so lange rein bzw. (in meinem Fall) raus, bis der Wert zwischen 0,3 und 0,7 Volt hin und her springt, dann regelt die Lambdasonde ordentlich. Vorher lag der Wert konstant bei etwas über 0,8 Volt und der Motor-Leerlauf sackte im warmen Zustand immer wieder ab. Jeder NZ-Fahrer kennt dieses Phänomen sicherlich. Seitdem ich den Motor nun so eingestellt habe, bleibt die Drehzahl selbst bei eingeschaltetem Licht konstant.


    Soweit war ich also erstmal zufrieden und erstaunt, dass ich mit so einfachen Mitteln zum Ziel gekommen sein sollte. Schließlich war ich in der Vergangenheit auch schon mal beim Bosch-Dienst, aber das Ergebnis war damals nicht so toll. Bisher hatte ich selbst nur an der Leerlaufschraube der Drosselklappe gedreht, aber die vom Luftmengenmesser nie angefasst. Es wird gesagt, dass man die Schraube auch in Ruhe lassen sollte, wenn die blaue Siegelkappe noch drauf ist. Also habe ich zum Probieren einen neuwertigen Luftmengenmesser aus meiner Sammlung genommen, bei dem diese Kappe fehlte und wo man sich nicht sicher sein konnte, ob die Werkseinstellung noch unangetastet war...


    Um auf Nummer sicher zu gehen wollte ich eigentlich am Wochenende noch das Öl tauschen und die Zündkerzen wechseln, obwohl beides erst ein paar Monate alt war. Aber da ich heute am Freitag früher Schluss gemacht habe, dachte ich mir spontan, dass ich es auch heute einfach schon mal versuchen könnte. Sollte es noch nicht reichen, hätte ich dann noch die nächste Woche gehabt, um mich für einen Nachprüftermin vorzubereiten. Also gab es als heutige Vorbereitung nur eine Autowäsche (schließlich zählt der Gesamteindruck!) und einen vollen Tank Super Plus.


    Bei der Prüfstelle brauchte man zum Glück keinen Termin und es war nur einer vor mir an der Reihe, so dass ich nicht lange warten musste:



    Ich bekam lobende Worte für meinen Golf, sehr gute CO-Werte und selbst die Hinterradbremse, die beim ersten Termin noch unterschiedliche Werte lieferte und deswegen angeführt wurde, erbrachte nun zu 100% identische Werte (Prüfer: "wie beim Neuwagen") :thumbup:


    Man muss dazu sagen, dass ich meine Trommelbremse in den 12 Jahren, in denen ich das Auto nun habe, noch nie angefasst habe und gar nicht weiß, wie alt die eigentlich ist. Deswegen steht die auf jeden Fall auf der Liste.


    Am Ende der heutigen spontanen Nachuntersuchung gab es dann endlich die lang ersehnte Plakette :]


  • Trommelbremsen halten eigentlich ewig, würde mich nicht wundern wenn das noch die ersten Trommeln sind. Bei meinem Jetta waren sie noch die ersten von 1990. Wenn du in den 12 Jahren die du ihn hast aber 100.000km gefahren bist schadet es sicher nicht zumindest das Innenleben inkl. Bremszylinder mal zu tauschen und alles gründlich zu reinigen. Vermutlich steht da 2cm hoch der Bremsstaub drin :D

  • Bremstrommeln auspusten steht übrigens im Wartungsplan ;). Und noch eine Ergänzung zur CO-Einstellung: Wenn sich der Leerlauf kurz nach Trennen der Lambdasignalleitung erhöht, ist das auch ein Indiz dafür, dass die Einstellung im Regelbereich liegt und die Lambdaregelung arbeitet.

  • Trommelbremsen halten eigentlich ewig, würde mich nicht wundern wenn das noch die ersten Trommeln sind. Bei meinem Jetta waren sie noch die ersten von 1990. Wenn du in den 12 Jahren die du ihn hast aber 100.000km gefahren bist schadet es sicher nicht zumindest das Innenleben inkl. Bremszylinder mal zu tauschen und alles gründlich zu reinigen. Vermutlich steht da 2cm hoch der Bremsstaub drin :D

    Trommeln ja Beläge und Zylinder sind eher das Problem. Würde aber solange nix feucht ist und er die Werte bringt nix dran tun. Oft sind alte Handbremsseile die fest sind das Problem oder Rost.

  • Die Beläge halten auch sehr lange aber natürlich verschleissen die auch irgendwann.
    Wenn man schonmal dabei ist kann man alles ausser den Trommeln selbst pauschal machen nach so langer Zeit, bei den Trommeln muss man den Rand prüfen.

    Es lohnt sich auf jeden Fall die Handbremsseile mit zu tauschen weil die Handbremse dann viel leichter zu bedienen und feiner zu dosieren ist, wie beim Neuwagen.

  • Viel neues gibts zwar nicht zu berichten, außer dass ich letzten Freitag meine Winterreifen aufgezogen habe:



    Nachdem meine Garage abgerissen wurde, hatte der Golf Zuflucht in einem nahen Parkhaus gefunden, wo der Stellplatz mit 32€ sehr günstig und außerdem reichlich Platz und Ruhe zum Reifenwechseln war. Leider wird nun auch dieses Parkhaus abgerissen, nachdem schon meine Stamm-Tankstelle (Shell) mittlerweile dem Erdboden gleichgemacht wurde. Der Bauboom kennt offenbar keine Grenzen, Autos möchte man aber ganz offensichtlich nicht mehr in der Stadt haben, wenn man das alles zusammen betrachtet. Habe dann zum Glück noch einen Tiefgaragenstellplatz ganz in der Nähe gekriegt, denn die Zeiten, wo ich den Golf über mehrere Jahre hinweg auf der Straße stehen hatte, sind schon lange vorbei.


    Die Montreal-Felgen habe ich dann wie immer gründlich gereinigt und mit Reifenschaum behandelt um sie bis zum nächsten Frühjahr einzulagern. Diese Sommerreifen-Saison bin ich nur 2300 km gefahren, die Nokian-Reifen hatte ich mir 2015 gekauft, haben insgesamt 32tkm bisher gelaufen, sehen aber dank der Pflege noch sehr gut aus.




  • Nachdem meine Garage abgerissen wurde, hatte der Golf Zuflucht in einem nahen Parkhaus gefunden, wo der Stellplatz mit 32€ sehr günstig und außerdem reichlich Platz und Ruhe zum Reifenwechseln war. Leider wird nun auch dieses Parkhaus abgerissen, nachdem schon meine Stamm-Tankstelle (Shell) mittlerweile dem Erdboden gleichgemacht wurde.

    Mensch, was ist denn da los? Wird der ganze Stadtteil umgekrämpelt?

    Wo kannst Du denn dann nun lagern?

    Ich folge nicht jeder Strömung,

    ich halte Kurs!

  • Das ist leider wirklich abartig mittlerweile. Das Parkhaus ist noch keine 30 Jahre alt und bis auf die unteren Stockwerke, wo sich Junkies rumtreiben, noch in einem guten Zustand. Dank Corona müsste aber das Restaurant, was sich im Erdgeschoss befindet, schließen. Die hatten auch die zwei unteren Parkdecks für ihre Gäste gemietet. Seitdem verwahrlost da alles und Wohnungen bringen sicher mehr Geld als Parkplätze. Nachhaltigkeit sieht allerdings anders aus. Für mich eine sinnlose Verschwendung, ein eigentlich intaktes und nicht gerade kleines Gebäude nach relativ kurzer Nutzungsdauer wieder abzureißen. Allerdings sind viele der heutigen Autos auch zu groß geworden für das Parkhaus. Noch so ein Punkt, den man mal überdenken sollte.


    Lagern kann ich derzeit ausschließlich in meiner Wohnung. Bis auf die Reifen, die lasse ich im Keller. Von den größeren Teilen, die ich in meiner Garage hatte, wie rundum alle vier Türen in Wagenfarbe, Motorhaube und Heckklappe habe ich mich mittlerweile getrennt. Nur die Fahrertür habe ich behalten, da der Zustand noch sehr gut war und meine eigene Fahrertür an einer Stelle etwas beschädigt war. Da ich den Schaden aber schon lange ausgebessert habe, wird ein Wechsel nur bei einem neuen Schaden erfolgen, solange behalte ich die als Reserve, da speziell Fahrertüren wohl eher beschädigt werden.

    Für meine zahlreichen Kleinteile habe ich mir ja schon ein gutes Ordnungssystem in Form von beschrifteten und stabilen Obstkartons zugelegt, die man bis in eine Höhe von 2 Metern sicher stapeln kann.

    Daneben habe ich aber auch noch etwas größere Teile, wie z.B. einen originalen neuen VW Endschalldämpfer oder Kühler oder eben eine komplette Innenausstattung mit zwei Vordersitzen, geteilter Rückbank und mehreren Türpappen in meinem Veloursstoff, die hätte ich aber sowieso nicht in der Garage gelagert.


    Halt alles Teile, die sich im Laufe der Jahre so ansammeln, wenn man auf der Suche ist und mitkriegt, was schwierig zu bekommen ist. Da legt man sich als Reserve doch manchmal etwas mehr als unbedingt notwendig zu ^^


    Aber durch meine Arbeit habe ich nun auch weniger Zeit für das alles, es kommen kaum noch neue Teile dazu und ich versuche eher, mich langsam etwas zu reduzieren. Nur fällt es mir leider auch sehr schwer, mich wieder von Dingen zu trennen, man könnte es ja doch noch eines Tages dringend brauchen.


    Zurzeit sieht meine Wohnung eher wegen der ganzen leeren Kartons, die ich für einen eventuellen Verkauf und Versand einiger Teile auch noch aufbewahre, etwas chaotisch aus, die meisten Autoteile sind eigentlich ordentlich eingelagert.


    Langfristig will ich mich aber auf jeden Fall reduzieren...

  • Für mich eine sinnlose Verschwendung

    Da hast Du Recht und ich könnte darüber auch ein Buch füllen...

    Uff, in der Wohnung, naja, andere sammeln Bilder, Bierdosen etc., da kannst Du ruhig Golf-Teile sammeln ;)

    Ich folge nicht jeder Strömung,

    ich halte Kurs!