Golf 2 NZ: Defekt Vorförderpumpe / Kraftstoffpumpe?

  • Nach schier endlosem Leiden mit meinem NZ (=Nicht zu gebrauchen) halte ich es inzwischen für möglich, dass die Kraftstoffpumpe oder die Vorförderpumpe die Ursache ist und würde hier gerne mal Meinungen dazu einholen.


    Vorweg die Daten zum Wagen: Golf 2 CL, Bj. 90 (also neue ZE), NZ, 8N (ehemals AKW), kein Tuning oder ähnliches.


    Getauscht u.a. Zündkerzen, Zündkabel, blauer Temperatursensor, Kraftstofffilter, Motorsteuergerät, Kabelbaum zum Motorsteuergerät, Zündsteuergerät, Thermostat.


    Überprüft (ggf. durch Tausch): LMM, Hallgeber, Drosselklappe, Motorgrundeinstellung (CO-Wert dürfte also korrekt sein), alle Unterdruckleitungen.


    Es fing im Februar damit an, dass der Wagen anfing zu "bocken", d.h. während der Fahrt kein Gas annahm und sich dann (bei weiterhin getretenem Gaspedal) mit einem Ruck wieder vorwärts bewegt hat als sei nichts gewesen. Irgendwann ging das dann soweit, dass er so gut wie gar nicht mehr wollte. Zündkabel und Zündkerzen getauscht und es ging wieder wunderbar. Allerdings reichte ein kurzes Abstellen (etwa 5 Minuten) und nach erneutem Anlassen bockte er wieder, auch wenn er vorher mehrere Stunden einwandfrei lief.


    Die Probleme wurden Ende März wieder schlimmer, dann wurde in der Werkstatt unter anderem der blaue Temperaturfühler getauscht und der CO-Wert nachgestellt. Er lief wieder besser, aber gerade in den unteren Gängen ruckelte und bockte er wieder. Die Werkstatt hatte auch den Kraftstoffdruck geprüft, der i. O. war. Zu dieser Zeit trat der Fehler aber auch nur wieder sporadisch auf.


    Nachdem er einige längere Strecken mit zunächst jeweils Schwierigkeiten auf den ersten Metern (s.o.) gut gemeistert hat, wurden die Probleme immer schlimmer. Zuletzt kam er nicht über 1500 U/min hinaus, bzw. starb darüber ab.


    Nachdem ich nun auch die Motorsteuerung (es war ja so gut wie alles durchgeprüft) in Betracht zog, tauschte ich das Motorsteuergerät gegen zwei andere durch. Er ging jedoch am Ende auch nicht mehr mit dem bisher verbauten an, sodass ein Fehler im Kabelbaum nahe lag. Hier war bei den Startversuchen Anlasser und Vorförderpumpe immer gut zu hören.


    Nachdem ich nun einen neuen Kabelbaum eingezogen habe habe ich ihn zweimal erfolgreich gestartet habe, versagte er beim dritten Mal das Starten (Anlasser lief aber). Da er bei diesen Startversuchen keinen Meter bewegt wurde und nur im Stand lief, schließe ich die Motorelektrik jetzt einmal aus. Es ist jetzt allerdings nicht mehr die Vorförderpumpe zu hören. Bei den ersten beiden Startversuchen roch es nach Benzin.


    Daher jetzt meine Frage: Würden die oben genannten Probleme seit Februar auch zu Problemen mit der Kraftstoffpumpe / Vorförderpumpe passen, obwohl sie z.T. nur sporadisch aufgetreten sind? Klar, dass die anderen Teile eine Verbesserung gebracht haben, sie waren ja ganz sicher besser als die alten Teile im NZ, aber sie waren ja scheinbar nicht die Ursache. Da auch keine Werkstatt in der Lage ist den Fehler zu finden, wäre ich für sachdienliche Hilfe sehr dankbar.


    Besten Gruß!

  • Überprüfe mal die Masseanschlüsse von der Batterie an der Karosserie und weiter zum Getriebe hin. Wenn du dir das MSG zerschossen hast, liegt das sehr oft an mangelhafter Masse.
    Auch das Relais Nr. 67 von der Kraftstoffpumpe, sowie deren Sicherung mal prüfen und an der ZE durchmessen.
    Ich gehe mal davon aus, dass du den neuen Kabelbaum richtig angeschlossen hast.
    Wenn die Vorförderpumpe einen Defekt hat, arbeitet die Hauptpumpe so enorm, dass man diese meistens durch ein jaulendes/quitschendes Geräusch vernehmen kann. Das muß aber nicht so sein, ist aber oft so.

  • Relais 67 habe ich durch Austausch geprüft und schließe jetzt mal aus. Sicherung 18 ok.


    Massepunkte an Karosserie und Getriebe sind augenscheinlich auch ok.


    Kabelbaum noch mal hinsichtlich Anschlüsse gecheckt, ok (ist ja auch zwei mal gestartet und im Leerlauf gelaufen).


    Hauptförderpumpe gibt keinen oder keinen hörbaren Laut von sich.

  • Könnte jemand auf meine Frage aus dem ersten Beitrag Stellung beziehen? Mir geht es hier in diesem Thread vor allem um eine fundierte Meinung zu der gesamten Fehlergeschichte seit Februar.


    Das mit dem MSG halte ich für sehr unwahrscheinlich - warum sollte es zweimal laufen und dann beim dritten Mal plötzlich nicht? Entweder das Masseproblem war von Anfang an da oder nicht. Die Massekontakte korrodieren ja nicht in zehn Minuten völlig weg. Die Hauptförderpumpe habe ich vom Geräusch her noch nie wirklich wahrgenommen - der Motor läuft dann ja und macht genug eigene Geräusche.

  • Nach deinen Schilderungen sieht es so aus, dass der Motor damals kaum noch Leistung erziehlte. Das könnte folgendes sein:


    > Kraftstoffpumpen fördern nicht genügend Sprit ( defekt)
    > Druckregler defekt ( er hält den Differenzdruck zwischen Saugrohrdruck und Kraftstoffdruck über den Zumessspalt, unabhängig von der eingespritzten Kraftstoffmenge nicht konstant
    > Motor erhält Nebenluft (durch undichte Unterdruckschläuche, Gewebeverbindungen, Kurbelgehäuseentlüftung, Verbindung zwischen BKV und Ansaugbrücke)
    > CO-Wert stimmt nicht (Verstellung der CO-Einstellschraube am LMM und der sogenannten Leerlaufschraube, defekte Lambdasonde)
    > Drosselklappenschalter falsch eingestellt oder defekt (er gibt Infos (bei Leerlauf und Volllast ist er geschlossen) an das MSG. Die Unterscheidung Leerlauf und
    Volllast wird über die durchgestzte Luftmenge getroffen. Bei Volllast wird das Gemisch angereichert, bei Leerlauf wird oberhalb einer Mindestdrehzahl die
    Schubabschaltung aktiv
    > Drosselklappen gehen nicht in Vollgasstellung (siehe oben)
    > Katalysator defekt ( Siebe zugesetzt)
    > LMM oder Zuleitung oder Zuleitung defekt (fällt der LMM aus, läuft der Motor aufgrund der Drehzahlinfos vom Hallgeber noch. Aber er nimmt noch kaum Gas an,
    weil er die angesaugte Luftmasse nicht erkennt. Lediglich bei voll geöffneter Drosselklappe findet noch eine gewisse Gemischanreicherung statt.


    Das könnte ich noch kurz gefasst zu deiner Fragenstellung beitragen. Weitere Anregungen würde ich auch gerne entgegen nehmen :!: :)

  • Würden die oben genannten Probleme seit Februar auch zu Problemen mit der Kraftstoffpumpe / Vorförderpumpe passen, obwohl sie z.T. nur sporadisch aufgetreten sind?

    Meine Meinug: Ja, das könnte passen.


    Das sporadische Auftreten des Fehlers könnte in direktem Zusammenhang mit dem Tankinhalt stehen: Ein defekter Schlingertopf im Tank z.B. bewirkt, dass die Vorvörderpumpe in Schieflagen Luft statt Benzin ansaugt. Auch ein Leck innerhalb der Vorvörderpumpe (zwischen Sieb und eigentlicher Pumpe) bewirkt, dass bei geringem Tankinhalt Luft angesaugt wird - obwohl laut Tankanzeige noch genügen Sprit vorhanden ist.


    Wenn dein Problem also stets bei fast leerem Tank aufgetreten ist, lohnt es sich, hier weiterzusuchen.
    Bei vollem bis halbvollem Tank hingegen sollten die oben beschriebenen Defekte keinerlei Auswirkungen haben.

  • Hallo,
    so wie du geschrieben hast, fingen Deine Probleme mit Ruckeln währen des Fahrens an, welche nach und nach immer schlimmer wurden.


    Ein ähnliche Verhlaten hatte mein NZ vor einiger Zeit auch mal. Das fing mit sporadischen Aussetzern beim Beschleunigen an, steigerte sich zum Motorabsterben während der Fahrt bis zum sporadischen nicht mehr Anspringen.


    Die Ursache war ein verdeckter Kabelbruch einer Leitung innen im Stecker der Einspritzleiste.
    motor_nz_einspritzleiq2u5a.jpg


    Die Leitung gehen in den Stecker von hinten durch eine Gummidichtung hinein. Da kann durch Vibrationen die Kupferlitze innen brechen, ohne dass es Außen sichbar ist. Auch die Leitung hält noch und fällt nicht selbst von Stecker ab. So kann dort ein Wackelkontakt enstehen, der dir dann die Einspritzung außer Gefecht setzt.
    Kannst ja mal nachprüfen, ob die Kabel noch in Ordung sind.


    Übrigens ist das Selbe eventuell beim Stecker vom LMM möglich - aber seltener...


    Gruß & erfolgreiches Fehlerfinden...


    G-Hammer

  • Ich greife dieses Thema mal wieder auf, da ich vorgenannte Probleme bei meinem RP mit Monojet auch habe.


    Sprich: bei vollem Tank und auch bis viertel vollem Tank keine Probleme und kein Ruckeln, ab viertel voll und weniger fangen die Probleme bei Vollast und ab ca. 3.000 1-min an. Ruckeln, Aussetzer etc.


    Die Vorförderpumpe habe ich bereits getauscht, die Hauptkraftstoffpumpe hört man bei relativ leer gefahrenem Tank recht deutllich.


    Edith secht noch, dass der Motor morgens, wenn der Tank relativ leer ist, doch ein paar Sekunden braucht, um zum Leben erweckt werden zu können. Wenn der Tank voll ist, ist es kein Problem, dann springt der quasi sofort an - auch bei Minusgraden sofort an.


    Heute hatte ich das Problem, das der Wagen 2x fiese Aussetzer hatte, aber sofort wieder ansprang, es kam also keine frische Brühe nach.


    Nun meine Frage: wo sitzt besagter Schlingertopf im Tank eines Golf 2, wie sieht der aus und wie komme ich da ran und wie kann ich den hinsichtlich eines Defekts prüfen?


    Ansonsten: Kerzen sind neu und mit passendem Wärmewert, den ZZP habe ich neulich auf 12° abgeblitzt, Leistung des Motors ist da (GPS gute 180, Tacho 190, dreht beim beschleunigen zügig bis 6.000 1-min+ und geht für seine nominal 90 PS auch gut vorwärts), Motor hat ca. 174 TKM laut Tacho runter und die Technik wurde immer auch seitens der Vorbesitzer gut und belegbar gewartet. Alle Stecker habe ich nach dem Kauf mit Kontaktreiniger eingesprüht usw. usf., sämtliche Unterdruckschläuche habe ich erneuert, Luftfilter ist absolut sauber und die Geschichte kommt mit zwei verschiedenen Steuergeräten unabhängig voneinander vor, sowohl mit als auch ohne DubRacers-Chip, also schließe ich einen Defekt der beiden Steuergeräte vorerst aus.


    BitteDankeProst!

    Suche dringend gut erhaltenen, originalen Ladekantenschutz Golf 2 in schwarzer Plaste - wer so einen aus nem Schlachter über hat, bitte mir ne PN schreiben, bittedankeprost!

    2 Mal editiert, zuletzt von BFC ()

  • Das Thema ist zwar schon 3 Jahre her aber ich schreib mal meinen Senf dazu !

    Mir ging es nicht anders genau die selben Probleme wie beschrieben und sie wurden immer schlimmer !

    Der golf ist ein 1.3 Nz mit 60000km auf der Uhr Bj 1990

    Stand 5 jahre in einer scheune natürlich verdreckt ende nie

    Er lief schrecklich , nach Tausch alles verdächtigen teile "blauer temp geber ,Zündkerzen , stecker , Zündverteiler läufer und kappe....." keine Besserung , schon ein wenig aber nicht ausschlaggebend !

    Noch getauscht , Relais 32 und 67 ! Haupförderpumpe , komplette Auspuffanlage inkl. Kat ! Noch immer das Problem das er teils während der Fahrt ausging oder sich nicht starten lies obwohl er eine std vorher reibungslos lief

    Wollte schon den den hallgeber tauschen oder kompl Zündverteiler , d der tausch vom msg auch nichts brachte

    Lange rede kurzer sinn , schuld an der ganzen missere war ein Kabelbruch am 4 poligen stecker an der einspritzleiste , wurde gelötet und der golf läuft wie er laufen soll ,

  • Danke! Das Problem mit brüchigen Kabelbäumen wird leider mit der Zeit immer mehr zunehmen. Eine besondere Schwachstelle ist direkt an den Steckern zu finden, hatte ich auch schon mehrmals. VW hatte das auch schon erkannt und man kann nach dem Flicken mit Gummitüllen vorbeugen, die damals auch schon für einige, aber leider nicht alle Stecker verwendet wurden, teilw. auch baujahrabhängig (hatte dazu auch ein paar Fotos in meinem Thread). Besonders hilfreich an Steckern, bei denen die Kabel stark abknickend verlaufen, wie z.B. an den Temperaturgebern.

    Durch die Aushärtung und Versprödung des Isolationsmaterials infolge der Motortemperaturen und Ausgasungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis jedes Kabel bricht. Habe schon drei komplette Kabelbäume als Reserve zurückgelegt und pflege immer alles mit Silikonöl. Aber versprödete Kabelbäume kriegt man kaum wieder elastisch, man kann den Prozess so nur hinauszögern.

  • Ich würde die Reserve-Kabelbäume als Vorlage nehmen und mir komplett neue bauen. Das ist das Einzige, womit man wieder lange Ruhe hat und merkwürdigen Fehlern begegnen will.

    Wenn du dazu Hilfe brauchst, kannst du dich gerne an mich wenden. Ich habe schon einige Kabelbäume gefertigt.

  • Ich weiß, das Thema ist uralt, ABER grade aktuell.


    Ich will meinen NZ wieder reaktivieren.

    Damals war es so, wenn man ca. 5 km gefahren war, den wagen ausstellte und wieder starten wollte, ging das ewig nicht.

    nun habe ich den mal aus dem mehrjährigen Winter geholt und er lief, bis er mir letzte tage im weg stand und ich den nur mal kurz raus fahren wollte, nachdem ich schon Ersatzsteuergeräte und Relais liegen habe, habe ich dann doch mal schnell gemessen und a Tank kommt Strom an, aber die Pumpe im Tank läuft nicht an.

    Deswegen werde ich die sicherheitshalber tauschen.


    Gibt es dazu irgendwo eine Anleitung? Was braucht man? Pumpe, Filter und neue Dichtung?

    Zufällig jemand Teilenummern da?

    NZ BJ90 neue ZE