..und wieder einer weniger....

  • Zitat

    Manches ist heute einfach besser:

    in der Statistik sollte auch die steigende Bevölkerung und den steigenden Fahrzeugbestand eingeblendet werden. Dann würde die Statisitik ganz anders aussehen.


    Gut, gut. Ich habe das von 2 völlig verschiedenen Karosseriebauern zwar etwas anders gehört, aber egal!

    Was haben wir denn heute in den Autos: die Bleche reißen, weil sehr hart, schnell und die Schlossträger und ähnliche Teile sind aus Kunststoff gefertigt, die brechen einfach. Da ist nicht viel mit Energieaufnahme zur Umformung.

    Die Auslegung ist natürlich heute so, dass möglichst viel bei einem Unfall kaputt geht, ist ja klar.

    find ich persönlichen komplett falsch.


    Ich habe beruflich "Formgehärtete" Karosserieteile in der Hand gehabt und bearbeitet. (Diese wurden gelasert)


    Ich kenne beispielsweise die Golf 2 A-Säule und eine Golf 7 A-Säule.


    Blechstärke gleich oder heute dünner ABER:

    Fällt einen die A-Säule vom Golf 2 auf den Boden ist am Boden ein Kratzer, das Blech verbogen.


    Fällt einen eine A-Säule vom Golf 7 auf den Boden ist eine riesen Macke im Boden, am Blech NICHTS!


    Laserabschnitte von 1mm Stärke und 10mm Breite habe ich nicht geknickt bekommen!


    Die Modernen Fahrzeuge zerlegen sich komplett beim Aufprall, dadurch wird aber möglichst viel Energie abgebaut. Das ist ganze Wissenschaft die da gemacht wird weil:

    Bei einer zu harten Karosserie geht zu viel Energie auf die Fahrgastzelle bzw den Insassen. Auto heile, Insassen haben innere Verletzungen? Uncool....


    Also alles extrem weich? Zu viel Verformung kann anfangs schön weich sein, dann aber schlagartig zu hart für den Insassen werden weil die Knautschzone verbraucht ist. Auch uncool.


    Daher gibt es diverse Untersuchungen und die Autos werden auf das maximal mögliche Aufprallmoment für Menschen eingestellt, bei dem sie noch möglichst wenig innere Schäden bekommen.


    Den perfekten Mittelweg zu finden ist da schon richtige Wissenschaft.

  • Das ein 2er bei der Sicherheit nicht im Ansatz mit modernen Autos mithalten kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Nur weil er nach einem Crash besser da steht, bedeutet das nicht, dass das auch besser für die Insassen ist. Eher das Gegenteil. Zugegeben, bei Kleinunfällen ist es ein Vorteil, weil weniger kaputt geht. Das wird aber von dem geringen Zeitwert der meisten 2er gegenüber einem neuen Auto wieder zunichte gemacht.


    Außerdem sollte man nicht vergessen, dass unsere 2er Gölfe mittlerweile alle um die 30 Jahre alt sind. Da ist auch so manche Karosserie durch Rost und diverse Schäden geschwächt.


    Ich finde, dessen sollte man sich zumindest bewusst sein, wenn man einen 2er Golf im Alltag bewegt. Ich tue das und will definitiv kein modernes Auto mehr täglich fahren müssen. Trotzdem rede ich mir deshalb die Sicherheit im Golf nicht schön, denn das ist sie nicht.

  • Na das ist doch schön, dass wir hier darüber diskutieren können, danke dafür. Wie gesagt, das waren die Aussagen von 2 Karosseriebauern, einer von hier, einer war aus Bayern.

    Ich will mir hier auch nichts schön reden, das ist nicht wahr. Nur eines ist auch fakt: je besser die Crashsicherheit wurde, desto aggressiver fahren die Leute. Es ist wirklich entspannend in Ö zu fahren, weil alle nahezu gleich schnell sind.


    GolfII88 : es ist schon ein Unterschied, ob der LKW-überholende bereits auf der linken Spur war, oder ob er kurz vor dem Raser nach links raus gezogen ist. Bei letzerem Fall verstehe ich die Gerichtsentscheidung völlig.

  • Ich behaupte das der Golf 2 als Neuwagen besser abgeschnitten hätte,

    nach ca. 30 Jahren wird er nicht mehr so stabil sein wie er es früher war.


    Durch Rost und alte Unfallschäden ist die Karosse viel weicher geworden,

    daher hinkt dieser vergleich etwas.


    Klar hat der Golf 7 Airbags, ist sicherer u.s.w., aber was ist 30 Jahre weiter ! ?

    Wenn der Rost ihn zerfressen hat und durch Unfallschäden die Karosserie weich geworden ist.

    "Aus Liebe zum Oldtimer"
    Classic Cars & Parts Oberberg


    TÜV Sondereintragungen und Einzelabnahmen,
    HU/AU, Oldtimerbegutachtung nach §23 StVZO !

  • Moin,


    woran erkennt man das der Golf 2 in diesem Test Unfallvorschäden hatte und Rost? Ich sehe nix dergleichen. Die Aussage das der "weicher" geworden ist - worauf stützt die sich?

    Ein so vergeschädigtes Auto für einen Test zu nehmen wäre unprofessionell und macht das Ergebnis unnötig angreifbar.

    Es gibt auch heute noch Golf 2 ohne Vorschäden durch Unfall und mit wenig Rost an der tragenden Struktur und so einen werden sie genommen haben.

    Der Golf 2 war und ist im Fall eines Unfalls nie gut gewesen, alles andere ist sich selber in die Tasche gelogen.


    Wer viele Jahre im Karosseriebau ober bei irgendeiner Hilfsorganisation gearbeitet hat der weiß aus eigenem Erleben wie sich die passive Sicherheit bei Autos in den letzten jahrzehnten entwickelt hat.


    Wir haben bei der Feuerwehr Ordner voller Einsatzbilder und die Autos in den 80-90èr sahen nach Unfällen genau so schlimm aus wie in dem Film zu sehen und die Insassen waren schwer verletzt oder Tod.


    So schön die alten Autos sind - man muss einfach wissen worauf man sich einlässt wenn man damit unterwegs ist.


    Gruß Bernd

  • Falls es interessiert.


    Es gab vor Jahren mal einen Crashtestvergleich von Neu- und Gebrauchtwagen. Im Vergleich gab es auch einen Golf3.


    http://www.dtc-ag.ch/downloads/publicat/alte_airbag.pdf


    Es geht ja oft die Meinung rum, dass Karosserien mit der Zeit "weich" werden. Als Student habe ich mich mit dem Thema etwas beschäftigt, da wir Karosseriesteifigkeiten praktisch ermittelt haben. Natürlich werden Karosserien durch Rost und Unfallschäden beeinträchtigt. Wobei Unfallschäden an tragenden Rahmenteilen in D meistens zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen und entsorgt werden. Der Test zeigt, das die Karosserien auch nach Jahren noch ihre Crasheigenschaften besitzen. Meiner Meinung kommt dieser Glaube von einer "weichen" Karosserie davon, dass die konstruktive Steifigkeit von alten Fahrzeugmodellen eben viel geringer ist als von neuen Modellen.