Volkswagen zeigt seltenes Duo bei Bremen Classic Motorshow

Anfang der 70er Jahre ist bei Volkswagen plötzlich alles anders: Der Motor arbeitet nicht mehr im Heck, gekühlt wird nicht mehr mit Luft und ein Boxer ist es auch nicht mehr. Mit dem ersten Golf beginnt eine neue Epoche. Und mit dem technischen geht auch ein optischer Konzeptwechsel einher. „Der Golf bietet ein Maximum an Nutzraum und Sicherheit. Er ist kompromisslos auf die Praxis ausgerichtet“, kommentierte das Unternehmen seinerzeit. Und so wurde das Jahr, in dem Deutschland Fußball-Weltmeister wird, das Jahr für den künftig meistgebauten Volkswagen. Nur zwei Jahre später war die erste Million verkauft, bis heute wurden über 37 Millionen Exemplare weltweit ausgeliefert.


Der Golf sollte und musste eine Erfolgsgeschichte fortschreiben. Dass sein Erfolg den des Käfer nochmals deutlich übertreffen würde, ahnte 1974 aber wohl niemand. Über die Jahre wurde der Golf nahezu unmerklich zu einem Teil unserer Gesellschaft, zum Synonym für eine Fahrzeugklasse und sogar einer ganzen Generation. Und jede und jeder hat wohl individuelle Erlebnisse mit dem Golf: Als Fahrschulauto, als eigener Neuer oder Gebrauchter, bei Verwandten oder Freunden, mit zwei oder vier Türen, als Benziner oder Diesel, GTI oder „Erdbeerkörbchen“. Irgendwo war und ist immer ein Golf.



Das Herz der Marke Volkswagen

Als vor 50 Jahren – im März 1974 – die Serienproduktion des Golf I im Volkswagen Werk Wolfsburg anlief, war dieser Erfolg allerdings längst nicht gesichert. Denn als Nachfolger des VW Käfer trat er in riesige Fußstapfen: Der Käfer, die Ikone, hatte den Grundstein für den weltweiten Erfolg von Volkswagen gelegt. Doch auch der Neue aus Wolfsburg erfreute sich großer Beliebtheit und wurde schnell zum Bestseller.

In den folgenden Modellgenerationen war es stets der Golf, der bezahlbare Mobilität für alle auf höchstem technischen Niveau möglich machte. Mit Technologien wie dem geregelten Katalysator, effizienten Antrieben, aber auch Sicherheitsfeatures wie dem Antiblockiersystem, Airbags oder dem ersten Allradantrieb der Baureihe. Zum Geheimnis des Erfolgs gehört zudem die Tatsache, dass die Designer die DNA des ersten Golf auf seine Nachfolger übertrugen und damit das klassische Design manifestierten.


Entwicklung eines neuen Bestsellers

Bereits Ende der 1960er Jahre hatte in Wolfsburg die Arbeit an einem Nachfolger für den VW Käfer begonnen. Mehrere Studien entstanden, so auch der EA (Entwicklungs­auftrag) 276. Der EA 276 aus dem Jahr 1969 zeigte bereits viele Merkmale des späteren Erfolgsmodells wie Frontmotor mit Frontantrieb, Schrägheck mit großer Heckklappe oder Verbundlenkerachse. Unter der Motorhaube aber steckte noch der bekannte Käfer-Boxer mit Luftkühlung, man setzte auf Zuverlässigkeit und niedrige Entwicklungskosten. Die Tage dieser Technik jedoch waren gezählt. Das Design des EA 276 war zukunftsweisend, für die Serie weiterentwickelt wurde jedoch eine andere Studie. Das Design des neuen Modells schuf Giorgetto Giugiaro (Italdesign).


Seltenes Messe-Duo auf der Bremen Classic Motorshow

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres zeigt die Marke VW an der Weser den Golf I und erinnert damit an den Beginn der automobilen Revolution 1974. Ergänzt wird der Messe-Auftritt um die einzigartige Studie EA 276 – den in Wolfsburg entstandenen Vorläufer des Golf. In Halle 5 am Stand D10 sind vom 2. bis 4. Februar der brillantgelbe Serien-Golf und die orange-rote Studie zu sehen.

Volkswagen Classic präsentiert sich gemeinsam mit der Autostadt Wolfsburg, Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer und Audi Tradition, die ihrerseits Automobil­geschichte erlebbar machen.

Die Bremen Classic Motorshow eröffnet seit über 20 Jahren die Saison der Klassiker-Messen in Deutschland. Mit über 46.000 Besucherinnen und Besuchern ist sie eine feste Größe im Veranstaltungskalender von Liebhabern klassischer Automobile.