Bremsen, Bremstrommel, Achse Zusammenbau

  • Wieso sollten das falsche Beläge sein? Die sind doch in Bezug auf die Gelenkpunkte immer symmetrisch :rolleyes: . Es ist auch durchaus normal, dass die Beläge unten dichter an der Trommel liegen, damit die Bremse greift, da die Beläge unten keinen Weg machen

    Natürlich weiß auch ich, daß das Foto w.o. nicht senkrecht zum Achsstummel gemacht wurde und dadurch Verzerrungen entstehen können.

    Den TE hätte ich nicht danach gefragt ob es die richtigen Beläge sind, wenn ich nicht auch schon das (falsche) erlebt hätte.


    Hat sich inzwischen geklärt - dürften wohl die richtigen sein.


    Im Übrigen ist es nicht ganz richtig, daß die Beläge unten gar keinen Weg machen.

    Sie liegen auch nicht unten dichter an der Trommel.

    Viel mehr verhält es sich so, daß sich die Beläge nach Betätigung der hydr. Bremse in der Trommel selbst zentrieren.

    Wodurch dann der Blockierkeil (durch Federkraft betätigt) nach unten gerückt wird und das zunächst nur oberseitige größere Spiel (gegen Null gehend) kompensiert wird.

    Denn das ist schließlich der Sinn des Blockierkeils.

    Das gilt aber nur für neue Bremstrommeln in Verbindung mit neuen Belägen uneingeschränkt so.


    Ja was da schief ist weiß ich nicht. Vielleicht sind es auch die hinteren Bleche. Ja klar darauf muss ich achten. Die Teile sind alles die alten nur aufgearbeitet. Lager mache ich bei Gelegenheit nochmal, War noch nicht bitter nötig. Aber es ging ja immer richtig drauf vorher, Daher versteh ich nicht, wo nun das Problem herkommt

    Nein - an den hinteren Blechen liegt das nicht, sondern nur daran, daß Du den Achsstummel verkehrt eingebaut hast.

    Wenn Du gebrauchte Bremstrommeln wieder einbaust, mußt Du dabei nur zweierlei beachten:

    a) den max. zulässigen Grenz-Durchmesser der runden Bremsfläche.

    Er darf höchstens 181mm sein.

    Und eigentlich müßtest Du bei "eingelaufenen" Bremstrommeln auch Ersatzteile mit dickeren Belägen verwenden, damit die Radien der Beläge zum vergößerten r der Bremstrommeln passen. ;)


    b) (was Du jedenfalls tun solltest) bei eingelaufenen Trommeln den Grat entfernen, der durch das Einlaufen sowie durch Rost entstand.

    Geht am besten mit einer ca. 6mm-Schruppscheibe und einer kleinen Flex für die grobe Vorarbeit.

    Danach mit einer entspr. gewölbten Feile die Feinheiten nacharbeiten.

    Mit der Zielsetzung, daß nur im Gratbereich die Fläche nach außen abfällt.


    Damit lassen sich jegliche Probleme beim Aufschieben oder (späterem) Abziehen der Bremstrommeln sicher ausschalten.

    Sowie auch, daß der ganze "Abriebrotz" besser nach außen abgeführt werden kann. :)


    Für Aufarbeitungen habe ich wirklich viel Verständnis - aber nicht dafür, daß Du bei der Gelegenheit nun auch nicht gleich die hinteren Lager erneuerst, weil das ja an sich ein Klacks ist.


    Aber gut - ist nur Deine Sache, was Du tust, und ich hatte und habe immer nur Gölfe mit AHK.

    Heißt - bei Erneuerung der hinteren Bremsbeläge erneuere ich prinzipiell auch die hinteren Radlager.


    Was - ehrlich gesagt - auch den Grund hat, daß ich wenigstens neue Lager so knapp wie zulässig, verspannen kann, um dadurch "kaschieren" zu können, daß der hintere Achsstummel i.d.R. (nur außen und unterseitig) ein wenig vom Sollmaß "verloren" hat.

    Das ist eine "Schwachstelle" bei allen Gölfen, die höhere Laufleistungen haben, insbesonders bei denen, die auch im AHK-Betrieb liefen/laufen.

    Feststellbar dadurch, daß beim vertikalen Verkanten des Hinterrades das Lagerspiel größer ist als beim horizontalen.


    Bedenk auch das bitte bzgl. Lagererneuerung - je nach Laufleistung Deines Golfs und/oder AHK-Betrieb von ihm.

  • Im Übrigen ist es nicht ganz richtig, daß die Beläge unten gar keinen Weg machen.

    Sie liegen auch nicht unten dichter an der Trommel.

    Viel mehr verhält es sich so, daß sich die Beläge nach Betätigung der hydr. Bremse in der Trommel selbst zentrieren.

    Mit »keinen Weg« meinte ich nicht »gar keinen«. Also noch einmal für die, die es ganz genau nehmen: Den Weg in horizontaler Richtung müssen die Beläge nur oben auf der Höhe des Radbremszylinders zurücklegen. Unten stützen sich die Beläge am Bremsankerblech ab und rutschen bei Betätigung nur ein kleines Stück nach unten, bis sie an der Trommel anliegen.


    Insofern ist dein Erklärungsversuch verkehrt. Die Bremsbeläge zentrieren sich nicht. Vielmehr zieht sich die auflaufende Backe nach unten. Über die Druckstange wird diese Bewegung auf die ablaufende Backe übertragen und so dafür gesorgt, dass die Bremskraft stabil bleibt und sich diese nicht nach oben zieht. Im laufenden Betrieb wird sich die Position der Bremsbeläge also so einstellen, dass die Position immer von der Mitte nach unten hin versetzt ist. Wohlgemerkt gilt diese Erklärung für die Simplex-Bremse, wie sie beim Golf II und den meisten anderen Pkw zum Einsatz kommt.

  • Ich lasse den erhobenen Zeigefinger mal weg... :/

    Ich muss den Zeigefinger dann doch erheben, weil Du an einem m.M.n. nicht ganz unbedeutenden Teil, nämlich der Bremsanlage, schraubst. Entweder Du gewöhnst Dir an, Fotos vom Zustand vor der Demontage zu machen oder Du solltest die Finger von sowas lassen. Mehr schreibe ich hierzu nicht, es liegt allein in Deiner Verantwortung...

  • Insofern ist dein Erklärungsversuch verkehrt. Die Bremsbeläge zentrieren sich nicht. Vielmehr zieht sich die auflaufende Backe nach unten. Über die Druckstange wird diese Bewegung auf die ablaufende Backe übertragen und so dafür gesorgt, dass die Bremskraft stabil bleibt und sich diese nicht nach oben zieht. Im laufenden Betrieb wird sich die Position der Bremsbeläge also so einstellen, dass die Position immer von der Mitte nach unten hin versetzt ist. Wohlgemerkt gilt diese Erklärung für die Simplex-Bremse, wie sie beim Golf II und den meisten anderen Pkw zum Einsatz kommt.

    Das ist weder ein Erklärungsversuch, noch ist an meiner Beschreibung etwas verkehrt.


    Und natürlich zentrieren sich die Bremsbeläge bei den Golf-Simplex-Bremsen, so weit das möglich ist.

    Das tun sie nicht nur beim Einbau neuwertiger Teile, sondern auch beim Einbau neuwertiger Bremsbeläge in bereits "eingelaufene" Bremstrommeln.

    Was hauptsächlich daran liegt, daß sie im Gegensatz zu Duplex-Bremsen keinerlei Fest-Lager haben, sondern überall nur Los-Lager.

    Heißt - die Bremsbeläge sind (mit gewissen Einschränkungen) durch auf sie einwirkende Kräfte frei beweglich.


    Bleiben wir z.B. beim Fall des TE mit neuen Bremsbelägen und eingelaufenen Bremstrommeln.

    Dabei hat man dann unterschiedliche Radien, die eigentlich gar nicht zueinander passen.


    Dabei muß man sich schon im Klaren darüber sein, daß wg. zunächst nur mangelhafter Passungen die Bremsleistung geringer sein wird als mit bestmöglichen Passungen.

    Allerdings kann man damit ganz gut im Bewußtsein "leben", daß die Bremsleistung allmählich zunehmen wird, weil sich die Bremsbeläge durch ihren Verschleiß an die Bremstrommel anpassen werden.


    Was Du bzgl. der Wirkung der Druckstange annimmst, scheint mir wenig plausibel zu sein.

    Denn die dient nur - in Verbindung mit dem Ziehkeil - dazu, um automatisch die Bremsbacken nachzustellen.

    Welche Bewegung sollte durch sie auf die ablaufende Backe übertragen werden können und gegen welche Kräfte?

    Und wieso bzw. inwieweit sollte die Druckstange für stabile Bremskraft sorgen können?

    In allererster Linie wird die doch wohl eher durch den hydr. Druck des Bremszylinders geliefert.

    (Wenn man von der Feststellbremse absieht, die nur per "Verlängerung" der Druckstange funktioniert.)


    Ansonsten unterliegen die Bremsbacken den auf sie einwirkenden Kräften nach dem Newton'schen Prinzip: actio = reactio.

    Die größte wirkende Kraft liefert dabei zweifellos die Bremstrommel, und dementspr. werden auch die Bremsbeläge in ihren Los-Lagern durch sie bewegt.


    https://www.youtube.com/watch?v=8quf3cxpJZQ

    https://www.youtube.com/watch?v=4fTCLRhFqCE

  • Ich muss den Zeigefinger dann doch erheben, weil Du an einem m.M.n. nicht ganz unbedeutenden Teil, nämlich der Bremsanlage, schraubst. Entweder Du gewöhnst Dir an, Fotos vom Zustand vor der Demontage zu machen oder Du solltest die Finger von sowas lassen. Mehr schreibe ich hierzu nicht, es liegt allein in Deiner Verantwortung...

    Jeder von uns hat doch mal angefangen, an seinen Autos zu schrauben.

    Und selbst, wenn er noch wenig Kenntnisse davon hatte - glaubst Du wirklich, er hätte nicht gewußt, daß bei Bremsen besonders sorgfältig vorzugehen ist? :)


    Damit will ich einerseits sagen, daß ich das bzgl. Bremsanlage genau so sehe wie auch Du, andererseits aber auch, daß Anfängern anstatt eines erhobenen Zeigefingers viel mehr damit geholfen sein dürfte, wenn man ihnen rät, typische Anfängerfehler auszuschalten bzw. wie sie das einfach besser machen können.


    Dazu bedarf es konkret auch keiner Fotos, sondern nur bewährter Vorgehensweisen. ;)

    Ob Du es glaubst oder nicht:

    Auch heute noch repariere ich immer erst eine hintere Trommelbremse (ohne die Bremstrommel aufzusetzen) und nehme bei der anderen nur die Trommel ab.

    Um jeweils nachsehen zu können, wie das ganze Feder- und Kleinteil-Gerümpel richtig angeordnet werden muß.

    Ist wesentlich einfacher als in Büchern nachzusehen.


    Erst ganz am Schluß montiere ich die Bremstrommeln und stelle die Bremsen ein.


    Der Fehler, den der TE machte, mag vielleicht dem geschuldet sein, daß er alles "in einem Aufwasch" demontierte, restaurierte und danach nicht mehr wußte, wie das alles auch wieder richtig zusammenzubauen ist.

    Sowas kann schon mal passieren, aber deshalb muß man nicht unbedingt den Rückschluß daraus ziehen, jemand wüßte nicht, daß Bremsen sicherheitsrelevant sind. :)

  • Die Bremsbeläge zentrieren sich zwar in Bezug auf die Rotationsachse, aber nicht in dem Sinne, wie du es beschrieben hast (zweiachsig in der Frontalebene). Die Druckstange geht gegen einen Anschlag (Kante der Bremsbelagträgerplatte) und kann daher auch die vertikale Bewegung der auflaufenden Backe auf die ablaufende übertragen. Die Funktion der Nachstellung über die Druckstange ist natürlich auch gegeben. Die Ankerplatte übernimmt unten die Funktion eines 2D-Dreh-Schubgelenks und sorgt dafür, dass sich die Beläge anlegen, also gegenüber der Rotationsachse zentrieren können. Bei älteren Simplex-Bremsen saß hier nur ein Drehgelenk.

  • Der Achsstumpf gehört von hinten eingesetzt, Schrauben von vorne. Frage mich, wie du den überhaupt festschrauben konntest.

    Ja genau, das habe ich dann auch recht schnell festgestellt mit der Explosionszeichnung. Danke dir noch im Nachhinein!


    Ich muss den Zeigefinger dann doch erheben, weil Du an einem m.M.n. nicht ganz unbedeutenden Teil, nämlich der Bremsanlage, schraubst. Entweder Du gewöhnst Dir an, Fotos vom Zustand vor der Demontage zu machen oder Du solltest die Finger von sowas lassen. Mehr schreibe ich hierzu nicht, es liegt allein in Deiner Verantwortung...

    Danke für den Hinweis, aber was das mit deinem erhobenen Zeigefinger mir sagen soll, ist fraglich. Einerseits aus dem Grund, weil ich offensichtlich nach einer Klärung des Fehlers gesucht habe, bevor das Auto bewegt wird. Abgesehen davon, war das ein Flüchtigkeitsfehler durch Unaufmerksamkeit, den ich mir dann ja doch auch selber erklären konnte. Und andererseits würde ein solches Auto, bevor es auf die Straße geht immer nochmal entweder zum TÜV müssen - nach einem Umbau wie bei mir. Oder mindestens auf den Prüfstand, sprich Vermessung und Bremsprüfstand. Also um die Sicherheit auf der Straße musst du dir keine Sorgen machen, spätestens bei den ganzen Checks und Prüfständen wäre ein solcher Fehler aufgefallen! Aber wie gesagt, bevor diese offensichtlichen Fehler nicht behoben sind, baue ich eh nicht weiter.