Zylinderkopfdichtung geschmolzen / RP Motor 1:1 tauschen

  • Cool, danke für die Zusammenfassung.


    Ich frage mich bloß warum die Körnung auf dem Nockenwellenrad mit der OT-Markierung auf dem Ventildeckel fluchtet, wenn der 1. Zylinder doch aber gerade nicht am OT ist.


    OT ist erst, wenn die Körnung auf der Rückseite mit der Kannte der Zahnriemenabdeckung fluchtet. Mich verwirren die zwei OT-Markierungen bei unterscheidlichen Kolbenstellungen…

  • habe ich mir ein wenig die Zeit vertrieben und mal versucht etwas mehr über OT und die verschiedenen Takte zu lernen und hab dazu auch ein bisschen im „So wirds gemacht Buch“ geblättert. Ich will beim zusammenbau des Motors ja nichts zerstören bzw. beim ersten Anlassen.

    Bevor Du Dir nochmal genau im Buch alles nachliest als Hilfestellung zum Verständnis ganz unverblümt:

    Deine Zeichnungen sind alle drei falsch. ;)


    Dies deshalb, weil die Grundzuordnungen bei ausnahmlos allen Motoren rein geometrisch markiert sind und zwar in exakt vertikaler Richtung.

    Soll heißen:

    Maßgeblich für die richtige Basiseinstellung sind:

    1) Die OT-Markierung (Kerbe) an der Schwungscheibe muß im Schauloch (am Getriebe) mit dem Pfeil (an der Getriebeglocke) übereinstimmen.


    2) Ferner muß dabei der erste Kolben auf OT-Stellung stehen.

    (Nebenbei der vierte auch. Was in Deiner zweiten Zeichnung falsch ist, weil niemals alle vier Kolben gleichzeitig auf OT stehen können. Bedingt durch die Geometrie des Kurbeltriebes)


    3) Darüber hinaus muß der Schlitz am Ende der NW, der dort exzentrisch angebracht ist, obenliegend sein.

    Dies deshalb, weil der dazu dient, die NW dann, wenn der Kolben im 1. Zyl. auf OT steht, blockieren zu können.


    Alle drei Punkte müssen erfüllt sein, damit z.B. ein ZR gewechselt werden kann.


    Der Zündzeitpunkt (ZZP) oder Förderbeginn (FB) der Einspritzung bei Dieseln hat zunächst mit dieser Basiseinstellung nichts zu tun, weil die nur das rein geometrisch richtige "Zusammenspiel" von:

    Schwungscheibe auf OT und 1. Kolben auf OT und Zündung bzw. Einspritzung (zunächst nur ungefähr) zum OT-Zeitpunkt

    "unverückbar" sicherstellen soll.


    ZZP bzw. FB werden erst danach jeweils entspr. vor den OT (im 1. Zyl.) "gezogen", damit der Motor bestmöglich laufen kann.

    Das ist dann nur noch eine Frage der richtigen "Feineinstellung".


    Verkehrt machen kannst Du dabei an sich nichts, und auch wenn Du von einem Motor gar nichts weißt, kannst Du Dich immer daran orientieren.

  • Hey Pogo2fan, wieder mal danke für deine geduligen und ausführlichen Antworten!

    Deine Zeichnungen sind alle drei falsch


    Was ich da gezeichnet habe war der IST-Zustand.


    Wir haben die NW Kerbung an der Außenseite des NW-Rades mit der „OT“ Prägung an der Oberkannte der Zahnriemenabdeckung (das Stück was auf dem Ventildeckel sitzt) gefluchtet und den Riemen unten gar nicht abgenommen sondern die genaue Position markiert. Siehe hier.

    2) Ferner muß dabei der erste Kolben auf OT-Stellung stehen.

    (Nebenbei der vierte auch. Was in Deiner zweiten Zeichnung falsch ist, weil niemals alle vier Kolben gleichzeitig auf OT stehen können. Bedingt durch die Geometrie des Kurbeltriebes)

    Dann habe ich da wohl falsch übertragen. Hab nicht den gesamten Hubweg gesehen. Ich bewege die Kurbelwelle erstmal nicht bis der ZK wieder drauf ist. Ich baue quasi alles wieder exakt genau so zusammen wie ich es ausgebaut habe.

    Den Zahnriemen habe ich (noch) nicht gewechelt oder abgenommen, weil der erst 5.000km runter hatte.

  • Der 1. Zyl. steht dann auf OT, wenn (hinten an der NW) die exzentrische Nut obenliegend ist und an der Schwungscheibe die Deckung zwischen Kerbe und Pfeil vorliegt.

    Unter obenliegend ist dabei zu verstehen:

    Parallel zur oberen ZK-Fläche, damit dort (für den Fall eines ZR-Wechsels) eine Blockierleiste eingeschoben werden kann.


    Über diese Blockiernut kann die NW, z.B. bei "verlorener" Einstellung (Zahnriemenabriß), völlig unabhängig von allen anderen Einstellungen so fixiert werden, daß im 1. Zyl. beide Ventile geschlossen sind.


    Du kannst den Motor auch ohne weiteres ohne ZK drehen ohne daß sich dabei irgendetwas an seiner Basiseinstellung verändert.

    Denn diese Basiseinstellung ist über den ZR fixiert und dadurch unveränderbar.

    Der Motor lief ja.

    Folglich muß bei obenliegender Blockiernut der 1. Zyl. auch auf OT stehen.

    Kannst Du doch derzeit ganz leicht überprüfen.


    Und damit auch gleichzeitig überprüfen, ob die Markierung am NW-Rad wirklich die OT-Markierung ist.

    Eigentlich sollte das ja so sein.


    Muß aber nicht so sein, falls das NW-Rad nur auf Konussitz, also ohne Paßfeder, angezogen wurde.

    Ist ja alles möglich, und vielleicht kann Dir jemand anders sagen ob bei dem Motor

    das NW-Rad per Paßfeder in seiner Position fixiert wird.

  • Der 1. Zyl. steht dann auf OT, wenn (hinten an der NW) die exzentrische Nut obenliegend ist und an der Schwungscheibe die Deckung zwischen Kerbe und Pfeil vorliegt.

    Unter obenliegend ist dabei zu verstehen:

    Parallel zur oberen ZK-Fläche, damit dort (für den Fall eines ZR-Wechsels) eine Blockierleiste eingeschoben werden kann.

    Das macht ja alles Sinn und so ist es auch bei mir. Nur frage ich mich warum es auch diese Markierung gibt, wenn doch gar kein Zylinder auf OT steht und schon gar nicht der 1.

  • Der neue alte Krümmer ist dran.

    Beim Versuch die Klemmfedern wieder drauf zu setzen ist mir aber der Federspanner verbogen. Habt ihr da einen Trick? Plan B ist die Feder in zwei Teile zu flexen und eine Schraubenführung (Rohr) dranzuschweißen. Dann ließe sich das auch wieder einfach lösen beim nächsten ZK Wechsel.


    Und dann habe ich ein zielich merkwürdiges und großes Problem beim Festziehen der ZK-Schrauben.
    Schraube 10 ließ sich nicht festziehen, bzw. hatte ich das Gefühl, dass sie sich wieder löst oder ich sie immer wieder festziehen kann.


    Es ist möglich, dass ich vergessen habe das Öl aus der Bohrung zu entfernen. Kann es sein, dass ich beim Anziehen das Öl im Schaft komprimiert habe und dann nach dem Absetzen die Schraube „rausgedrückt“ wurde?

  • dann dreh die wieder raus, blas das loch aus und probiers nochmal. Hast die schon 90grad weitergedreht oder nur mit dem drehmomenter angezogen.

    Das habe ich vor, allerdings kann ich das erst nächsten Freitag. Ich konnte gestern nicht weiter auf Fehlersuche gehen und habe erstmal alle anderen Teile wieder angebaut.


    Mir kam bloß vorhin dieser Gedanke und ich wollte mal aus der Runde Erfahrener hören ob sowas vorkomtt, wenn das Bohrloch voll Öl ist. Rein phyikalisch kann ich ir das so erklären.


    Und ja, ich bin der Meinung, dass ich schon auf 60Nm angezogen und dann beim 90° keinen Widerstand mehr hatte. (Als würde ich von vorne anfangen). Hab dann die Schraube rausgedreht und das Gewinde gecheckt, was gut aussah. Ich hoffe ich hab das Gewinde im Block nicht geschrottet. Das wär ganz schön krass, weil ich nur nach Drehmoment festgeschraubt habe.