Schaltprobleme Rückwärtsgang, 1. Gang und 3. Gang

  • Moin, hab seit gut 3 Jahren einen Golf 2 RP mit ATH Getriebe, ließ sich eigentlich immer gut schalten, aber habe vor 3 Monaten das Schaltgestänge getauscht. Also die ganzen Wählstangen, Gummibuchsen und die Umlaufkugel, sogar das Tilgergewicht vom Golf III nachgerüstet

    Ließ sich dann natürlich besser schalten und der Druckpunkt war ums Ganze besser wie vorher.


    Habe aber schon seit dem ich den Golf habe einen relativen hohen Getriebeölverlust an den Differential Flanschen, und generell hohes Spiel an den Antriebswellen.


    Und seit heute lässt sich der Rückwärtsgang und der 1. nur mit sehr viel Mühe einlegen.


    1. und 3. Gang sind auch sehr nah "beieinander", also es passiert mir oft das ich versehentlich die 3. reinlege. Rückwärtsgang und 1. Gang sind auch sehr unklar erkennbar am Schalthebel.


    3. 4. und 5. Gang sind aber sehr sauber zu schalten.


    Jetzt habe ich 3 Fragen:

    1. Kann es sein das dass Getriebe einfach schon so ausgelutscht ist(Stichwort Differential), oder ist die vordere Schaltbetätigung(also die die ich nicht erneuert habe) im Eimer?

    Mit vorderer Schaltbetätigung mein ich die Schaltbox und alles um den Schalthebel herum.


    2. Ich habe jetzt schon oft über die Tachowelle Getriebeöl eingefüllt, und jetzt geht die Tachowelle gar nicht mehr drauf(also rastet nicht schön ein), Ritzel ist aber meines Erachtens in Ordnung.(habe mich über eine Stunde gespielt, und dann verzweifelt aufgegeben....)

    Wieso geht die Tachowelle nicht mehr rein? gibt es da ein bekanntes Problem?

    Wie weit muss das Ritzel ungefähr im Getriebeöl eintauchen das der Getriebeölstand stimmt so Pi mal Daumen?



    3. Kann es mit der Sperre zu tun haben weil eigentlich alle Gänge auf der "linken" Seite eher hakelig und ungenau zu schalten sind und auf der rechten sehr sauber zu schalten sind?

  • Also erster Gang und Rückwärts Gang kann man eigentlich nur verschalten wenn die Plastenase am Schalthebel verschoben ist oder der Anschlag links am Chasie verschlissen Getriebe Öl füllt man in das Loch mit der Kunststoff Inbusschraube ein wenn keine Nuss vorhanden einfach eine 17‘er Schraube müsste M10 sein und 2 Muttern fest darauf verschrauben oder besser verschweißen und dann geht das mit ner Standard 17‘er Nuss und Ratsche

  • Vorab zu Deiner Beruhigung:

    Die Getriebe halten außerordentlich viel aus.

    Mein stillgelegter TD hat jetzt 485000 km drauf.

    Auf Original-Getriebe und -Motor.

    Der Motor läuft sowieso einwandfrei, weil ich ihn alle 200000 km öffne.

    Kolben ziehe sowie Kolbenringe und Pleuellager erneuere.

    Die Hauptlager braucht man normalerweise nicht zu erneuern.

    Am Zyl.-Kopf überhole ich die Ventilsitze, erneuere die Ventilführungen, schleife die Ventile nach und setze sie mit neuen Abstreifringen ein.

    Hydrostößel bleiben unverändert drin, ebenso i.d.R. die Wirbelkammern.

    Die reißen sowieso alle, und so lange sie im Kopf nicht herumschlackern, braucht man sie auch nicht zu erneuern.

    Turbolader wird auf Spiel überprüft - bisher mußte ich keinen erneuern und "verreckt" ist mir auch noch keiner.


    Allerdings mache ich immer regelmäßige Ölwechsel:

    Getriebe alle 200000 km, Motor alle 5000 bis höchstens 7500 km.

    Getriebeöl das vorgeschriebene und Motoröl das preiswerteste (von Norma).

    In keinem meiner TD (auch bei den DB, die ich mal fuhr) verwendete ich jemals ein spezielles TD-Motoröl.

    Denn aus meiner Sicht werden die Leute damit nur "verscheißert" und mit größeren Ölwechsel-Intervallen "angelockt", um sie abzocken zu können.

    Um das nicht auszuweiten:

    Den Unterschied zwischen Otto- und Dieselmotoren sieht man auch an der Motorölfärbung:

    Während bei O-Mot. das Öl immer bräunlich ist und bleibt, wird es bei D-Mot. innerhalb kürzester Zeit schwarz, was daran liegt, daß Kohlenstoff in's Motoröl "durchgedrückt" wird.

    Kann man vielleicht auch durch Öl-Additive über längere Zeit kompensieren - ich halte es jedoch für besser, den ganzen Rotz in kürzeren Intervallen rauszuschaffen.


    Kurzum:

    Die Mechanik macht bei gewisser Pflege enorm viel mit.


    Zu 1.:

    Mit dem Differential haben die Schaltvorgänge an sich nichts zu tun.

    Ich glaube auch nicht, daß Deine Schaltklauen mangels Getr.-Öl so verschlissen wurden, daß Du nun nicht mehr richtig schalten kannst.

    Sieh Dir am besten mal die Koppelstücke zwischen dem Schaltgestänge und dem Getriebegestänge an.


    Die Koppelung erfolgt über Kugelköpfe und die Koppelstücke sind aus Plastik.

    Die Teile platzen manchmal einfach und/oder ihre Arretierungen reißen ab.


    Zu 2.:

    Die Tachowelle ist beliebig verdrehbar.

    Und damit auch das Ritzel beim "Einfädeln" in's Getriebe.

    Normalerweise läßt sich das Ritzel problemlos einschieben.

    Hat dabei vielleicht die Dichtung igendwie "gehakelt"?


    Zum korrekten Getriebe-Füllstand dreht man die obere Schraube erst mal raus und füllt Öl ein bis dort herausläuft.

    Danach dreht man die Schraube wieder dichtend ein und füllt noch 1/2 Liter zusätzlich nach.


    Zu 3.:

    Wenn Du mit Sperre die beim Schaltknüppel meinst, ist die Ja im wesentlichen nur dazu vorhanden, damit man nicht versehentlich den Rückwärtsgang einlegt. ;)

    Ansonsten ist das H variabel - je nach Zustand aller Lagerungen gewöhnt man sich daran.

    Daß aber links kürzere Schaltwege wären als rechts, kam mir noch nie unter.

    Kontrollier bitte Deine Plastik-Koppelstücke bzw. erneuere sie einfach.


    Grüße

  • Danke für die schnellen und wirklich guten Beiträge.

    Schaue mir morgen nochmal das Schaltgestänge genau an.

    Also die weißen Plastikstangen(Wählhebeln) sind es sicher nicht.

    Tippe da eher an den Plastikbuchsen wo die Schaltstange geführt wird.( da die aus dem Rep. Satz sowieso einen sehr minderwertigen Eindruck vermittelt haben)


    Bei welchen Bauteil genau hat das Spiel die meiste Auswirkung, auf den Rückwärtsgang/1. Gang, das man sich "verwählt"?


    Aber das mit der Tachowelle macht mich noch immer sehr stutzig...

    Die liegt einfach nicht schön auf..

    sie müßte noch gut 5mm weiter reinrutschen damit es sich beim festziehen nicht "verkeilt" und der Dichtring schön abschließt.

    Zwecks dem Getriebeölstand, gibt es da keine ungefähre Angabe von der Tachowelle aus, so mit einem Stab reinhalten und 5cm unterhalb der Kante muss der Ölstand sein?

  • Bei welchen Bauteil genau hat das Spiel die meiste Auswirkung, auf den Rückwärtsgang/1. Gang, das man sich "verwählt"?

    Wenn Du den Balg am Schaltknüppel löst und hochziehst siehst Du ganz genau, wie sich das verhält.

    Drückst Du den Schaltknüppel (im horizontalen Querstrich des "Schaltungs-H") nach links, läuft ein nach oben stehendes Plastikteil auf eine Plastik-Leiste auf.

    Die eigentlich den linken vertikalen Strich des H repräsentiert.


    Schiebst Du dann (unter leichtem Druck) gegen diese Leiste den Knüppel nach vorne, schaltest Du in den 1. Gang.

    Beim Zurückziehen (ebenfalls noch unter leichtem Druck gegen die Leiste) des Knüppels schaltest D in den 2. Gang.

    Läßt Du den Knüppel (mittig im H) los, federt er in die Position, in der Du nach vorn in den dritten Gang und nach hinten in den vierten Gang schaltest.

    Beim 5-Gang Getriebe mußt Du den Schaltknüppel nach rechts aus dem H herausdrücken und nach vorn schieben.


    Genau so mußt Du den Knüppel nach links aus dem H herausdrücken, um in den R-Gang kommen zu können.

    Was aber auf der Schaltebene der Gänge 1 bis 5 gar nicht möglich ist, weil Du dazu den Schaltknüppel nach unten drücken mußt, um überhaupt in den R-Gang schalten zu können.

    D.h. Du kannst Dich da gar nicht verwählen - es sei denn, Du willst Dein Getriebe absichtlich (bei vorwärts rollendem Auto) durch Einlegen des R-Ganges ruinieren. ;)


    Machen kann man sowas schon, aber nur als "letzte Rettung" wenn die Bremsen versagten und auch dann nur mit vorsichtig schleifender Kupplung.

    Läßt Du aber dabei die Kupplung "kommen", wie gewohnt, zerfetzt es Dir todsicher das Getriebe.


    Im Endeffekt sind die Schaltvorgänge im Getriebe nur über die im H möglichen Wege festgelegt.

    Ein Lagerspiel in der nach vorne führenden runden Stange macht sich dabei aber so gut wie gar nicht bemerkbar.


    Du hast Die weißen Koppel-Plastikteile für die Kugelköpfe erneuert?

    Wenn das der Fall ist:

    Hast Du irgendetwas an der Grundeinstellung bei der Umlenkung (vorn am Ende der runden Stange) verändert?


    Grüße

  • Habe mir das heute noch mal angeschaut.

    Grundeinstellung der Umlenkung hab ich sicher nicht verändert, da ich mich an die super Anleitung im Internet gehalten habe.( und sonst konnte ich ja nicht 1 Monat ohne Probleme fahren/schalten)

    Die Tachowelle hab ich wieder reingebracht, und funktioniert auch.

    Das Problem lässt sich aber am besten so beschreiben:

    Da wo vorher der Rückwärtsgang war(Schalthebelposition Innenraum) ist jetzt irgendwie der 1. Gang und R- Gang bekommt man nur durch 3 minütiges umrühren und mit Glück rein.


    Die Weißen Plastikkoppelstangen hab ich demontiert, da ist mir aufgefallen auf einem Kugelkopf hab ich die Filzunterlage nicht drinnen gehabt. Aber das dürfte ja kein Problem sein...



    Hier noch ein paar Bilder:

    1x Stellung Schalthebel Innenraum ( eigentlich auf R- Stellung, ist aber die 1.)

    Bilder vom Gestänge

  • Getriebeöl nachfüllen über den Tachowellenanschluss war nur bei einigen Modelljahren nötig, später wurde die Nachfüllschraube höher gesetzt. Getriebeöl für ein 020er NUR: Syntrans Tranaxle 75W90 von Castrol, ehemals TAF -X. Am besten mal alles ablassen und kpl. neu befüllen, oder sogar abdichten!


    Zum einstellen braucht man diese Lehre:


    https://www.ebay.de/itm/Einste…f306e8:g:3DcAAOSw-dBTv340


    Schaltung einstellen:


    Schalthebel im Leerlauf/Neutral, Schaltmanschette hoch.


    Vorne am Ende der Schaltstange die Klemmschelle lösen und leicht weiten, so das die Verbindung restlos frei ist.


    Einstelllehre am Schalthebel einsetzen


    Klemmschelle vorn an der Schaltstange wieder festziehen


    Fertig


    Ab Bj. 1/91 kann man zuletzt noch den Schalthebel in der Stellung 1.Gang per Exzenter eInstellen.

  • Habe heute schon die Schaltung eingestellt.

    Schaltet jetzt wieder einwandfrei.

    Habs aber ohne diese VW Lehre gemacht.

    Habs am Getriebe selbst den 1. Gang eingelegt dann die Klemmschelle gelockert und dann Schalthebel hin und her bewegt und dann genau af 1. Gang Stellung gestellt und dann die Klemmschelle wieder festgezogen.

    Aber ohne euch hätt ich es nicht geschafft, top 😃

  • Ja, natürlich braucht man nicht unbedingt eine Lehre dazu.

    Ebenso gut hättest Du Dich auch am 3. Gang orientieren können. ;)


    Egal - schön, daß es nun wieder funktioniert, wobei mir aber eines unklar ist.

    Bei Deiner Überholung muß sich doch etwas so verändert haben, daß die gesamte Proportionalität der Wegstrecken R : 1. und 3. komplett "verschoben" wurde.

    Was meinst Du, was das gewesen sein könnte?


    Grüße

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