Einem geschenkten Golf schaut man nicht ...

  • Also ging es weiter, ich brauche da ja eine Zündleitung die das Relais von der Pumpe schaltet. Und dann gibt es da noch andere Kabel zwischen Schalter und Automatik. Ich könnte einfach ein Kabel ziehen und den Kabelbaum vom Schlachter nehmen... ODER ich baue den Kabelbaum nach weil das ja eh nichts kann mit den alten Kabeln und dem Verlegen und Wellrohr gefällt mir eh viel besser.


    200€ und diverse Nächte später. Davon mal ab, dass ich mich noch 2 mal verpinnt hatte und die Kraftstoffanzeige meine Wassertemperatur angezeigt hat oder umgekehrt und mein Wischermotor beim Abschalten immer da stehen blieb wo er gerade war (natürlich habe ich erstmal neue Sensoren und neuen Wischermotor bestellt)



    Für die Klima muss natürlich noch das gesamte Armaturenbrett umgebaut werden. Was ich natürlich wusste aber mit den Details hatte ich mich nicht so richtig auseinander gesetzt. Ich hatte ja einen Schlachter, da bau ich einfach alles um.


    Als erstes viel auf, das den Klimakasten zu überholen, doch nicht so einfach ist, weil danach nichts mehr an seiner Stelle sitzen will.



    Am meisten habe ich mit dem Verdampfer gekämpfter. Das Aftermarket Teil hat einfach nicht gepasst, bis ich irgendwann die Anschlüsse zurecht gebogen habe.



    Dann ist aufgefallen, das ich zwar das kurze Handschuhfach und die Ablage aufgehoben hatte, aus Platzgründen aber das weiche Armaturenbrett verkauft hatte. Mir gefällt das aus Plastik tatsächlich besser aber wer kann wissen, dass die Aufnahme vom Armaturenbrett für das Handschuhfach anders ist. Also nicht viel, wir waren schon drauf und dran das ganze Ding zu zerlegen aber ich habe mich dann für die "einfache" Lösung entschieden und ein weiches Armaturenbrett geholt. Natürlich in deutlich schlechterem Zustand als ich das andere verkauft hatte.


    Daher musste ich erstmal den Mittenausströmer aus dem alten Zweckentfremden.



    Habe ich soweit alles eingepasst und dann mit Karosseriekleber eingeklebt. Dicht ist das System meiner Meinung nach eh nie aber bisher funktioniert es.



  • Ich hatte extra zwei Satz Leitungen aber es hat sich herausgestellt, dass es völlig egal ist wie viele Sätze, wenn immer die gleiche Leitung kaputt geht.


    Also habe ich aktuell die Leitungen beim überarbeiten. Alle Bauteile werden verzinkt und die Stahlleitungen aus Alu nachgebaut. Ich hoffe die Qualität passt am Ende da tatsächlich keine günstige Angelegenheit. Das Thema bringt mich immer zum Schmunzeln, da ich hier in diesem Thread ganz am Anfang mal die Frage "Lohnt sich dass denn?" gestellt bekommen habe.



    Der Hobel ist jetzt soweit zusammen und der Motor lief wirklich super.




    Meine Frau ist dann 60km gefahren und beklagte sich, Gott sei Dank beim Einparken in die Einfahrt, dass der Motor sich komisch verhalten würde und mehrfach ausgegangen sei.


    Zunächst ging ich mal von Falschluft aus und siehe da, es war der eine Stopfen für den Unterdruck von der Drehzahlanhebung offen. Den verschlossen und er lief wieder.


    Am nächsten morgen gefahren und es tritt immer wieder sporadisch ein Fehler auf, dass er kein Gas annimmt. Ich habe mir alle möglichen Szenarien ausgemalt aber den Fehler klar bei der Monojetronik vermutet, da ich die zerlegt hatte aber nichts eingestellt.


    Also heute mal einen Blick riskiert. Ich hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit. Die neue Entkopplungsplatte oder wie auch immer das Teil heißt war komplett zerfressen. Die Brocken wurden sowohl vom Motor angesaugt als auch verstopften sie die Öffnung von der Unterdruckverstellung von der Zündung.




    habe jetzt wieder ein Altteil verbaut und bin mal 5km gefahren. Bisher verhält es sich besser aber ich trau dem Ganzen noch nicht. Ggf. muss ich doch mal die Anlage einstellen. Nach der Schubabschaltung fällt die Drehzahl manchmal runter bis auf ca. 500U/min und das gefällt ihm nicht wirklich. Auch beschleunigen von 1.000U/min mag er nicht besonders.


    Aber jetzt muss er fahren...

  • Nachdem der Motor immer noch nicht sauber lief habe ich mir Gedanken gemacht woran es liegen kann. Nach dem Schadensbild aus dem letzten Post kam ich drauf, dass ich ggf. Backfire haben könnte, also Zünden in den Ansaugtrakt (gar keine schlechte Produktqualität). Eine mögliche Ursache wären falsche Steuerzeiten, falsche Zündverstellung, zu viel Sprit oder ein schlechter Übergang flüssig zu gasförmig.


    In der Halle dann mal alles aufgeschraubt und siehe da, alles voller Sprit.



    Jetzt wollte ich erstmal die faule Lösung probieren und nochmal das Steuergerät tauschen. In dem Zug habe ich auch gleich die Lambda wieder auf Original umgebaut. Und siehe da, er fährt und macht sogar Spaß... Ich befürchte das Problem liegt darin, dass die Steuergeräte vom Handschalter und Automatik zwar äußerlich und von den Nummern her völlig identisch sind aber ein gänzlich anderes Mapping haben. Wenn ich mich recht erinnere war bei ca. 2.000rpm immer der Schaltpunkt von der Automatik. Insofern glaube ich jetzt mal daran bis mich jemand von etwas anderem überzeugt. Kann natürlich auch ein kaputte Steuergerät sein.


    Jetzt wo der Golf quasi auf die Straße kann und der Winter vor der Tür steht, geht es direkt weiter mit anderen Projekten. Auch hier gibt es wie immer viel zu lernen. Beim Z3 gibt es eine Facelift Version. Auf Grund der größeren Achse haben wir die breiten Kotflügel vom 6 Zylinder gebraucht. Vom Facelift Modell gibt es da mehr am Markt also alles besorgt samt Kofferdeckel. Nun passt der aber nicht auf die Vorfacelift Karosserie. BMW hat tatsächlich ein anderes Heckblech mit dem Modellwechsel eingeführt. Also gab es jetzt entweder alle Teile vom Vorfacelift besorgen oder...






    Und Siehe da es passt doch ... Vorfacelift Z3 mit Nachfacelift Ar***. Leider fehlen noch die Rückleuchten die im Container zwischen Hamburg und London eine extra Runde eingelegt haben.

  • Und weiter geht es mit Jugend forscht, obwohl vielleicht eher Alter ...


    Nach 60km fing es wieder an um die 2.000rpm zu ruckeln beim Beschleunigen bzw. kein Gas mehr anzunehmen.


    Meine Fehleranalyse:

    - Fehler tritt sporadisch auf egal ob kalt oder warm

    - Fehler tritt nur bei ca. 2.000rpm auf

    - Luft ist da weil Drosselklappe mechanisch betätigt

    - > Sprit oder Zündung passen manchmal nicht


    Da Zündverteiler, Zündkerzen , Zündkabel neu gehe ich mal von Kraftstoff aus (vll noch Zündspule oder der Zündverteiler ist eine schlechte Qualität und die Zündverstellung hängt bei 2.000rpm, wobei ich nicht weiß, wie viel da dann noch nach früh verstellt wird). Wenn es der Kraftstoff ist, von was wird der gesteuert? Richtig, der Monojetronic. Dann habe ich mal bisschen gelesen und im Prinzip ist das eine Alpha-N-Steuerung mit Temperatur und Luftdruckregelung (Lambda über die Sprungsonde vernachlässige ich mal). Da die Drehzahl zumindest im Kombiinstrument keine Mucken macht gehe ich vom Drosselklappenwinkel aus. Ergo der Poti ist hinüber (oder aber ein Kabelbruch). Im Netzt steht direkt, erst alles andere ausschließen bevor man sich das antut mit dem Tausch da viel Einstellerei danach erforderlich.


    Aber hey, ich habe da ja noch eine vom Automatik, die ja vorher mal funktioniert hat. Die vom Schalter hatte ich ja nur eingebaut wegen der Aufnahme vom Gaszug. Das kann ja nicht so schwer sein.



    Also mal eben den Halter und Gaszugaufnahme umschrauben. Naja, ich hatte schon gesehen, dass man dafür auch den Leerlaufregler wegschrauben muss. Der wird wohl über die Schrauben auf der Grundplatte eingestellt. Aber wenn der Leerlauf jetzt schlecht läuft und das andere Problem verschwindet, weiß ich jedenfalls, dass ich richtig gelegen habe.


    Also alles sauber gemacht.



    Und siehe da trotz gleicher Teilenummer der Drosselklappe gibt es hier einen weiteren Unterdruckanschluss.



    Den ganz rechts habe ich jetzt mal provisorisch blind gelegt und nach bestem Wissen alles wieder zusammen gesteckt. Erst hatte ich das Ventil für die Zündverstellung vom Automatik verbaut.



    Da der Motor aber schlechter lief habe ich danach wieder auf die vom Schalter getauscht.


    Der Abend ging zu Ende und ich bin dann mit schlecht laufendem Motor heim. Aber immerhin kontinuierlich schlechter. Entweder habe ich einen Fehler durch einen anderen Fehler ersetzt oder einen neuen hinzubekommen. Was wie erwartet nicht ordentlich lief war der Leerlauf. Erster Versuch mit abgeklemmtem Leerlaufregler zu fahren kann ich nicht Empfehlen.


    Da nun der Motor im Leerlauf manchmal am absterben war habe ich versucht mit Zwischengas am Leben zu halten. Ohne stehendes Pedal ein bisschen schwieriger als gewohnt... und so sollte ich vor lauter Pedalgymnastik auch von der Kupplung rutschen.


    Ein kurzer Knall und und ich dachte das Diff oder Getriebe hat nun das zeitliche gesegnet. Die linke Antriebswelle drehte noch die rechte hatte ihren Dienst quittiert. Also abschleppen und noch schnell eine Diagnose damit ich noch eine Chance habe bis zum Wochenende Teile zu bestellen.


    Joar, der Fall war dann relativ eindeutig. Der Lagerkäfig aus dem inneren Gelenk ist gebrochen. Wie oft ich an den Gelenken schon rumgewürgt habe und das ist der Dank.




    Naja, ist wie es ist. Ich rede mir ein es kommt von dem brachialen Drehmoment den der Bastelmotor jetzt hat. Damit schlafe ich jetzt bis zum Wochenende besser. Dann nehme ich mir mal Zeit und versuche die Monojetronic einzustellen. Wenn das Gelenk dann noch da ist schaffe ich es vielleicht sogar eine Probefahrt zu machen und es zu testen.

  • Und weiter geht es mit der never ending story...


    Ruckzuck das Gelenk gewechselt und eingebaut. Das ist ja mittlerweile ein "no-brainer" oder wie sagt man.



    Aber das hat dem Motorlauf ja noch nicht geholfen. Also erstmal den Anweisungen gefolgt und auf Kabelbrüche alles abgesucht. Und siehe da, eine Ummantelung vom Kabel für die Einspritzdüse war gebrochen.


    Wie gut, wenn man alles doppelt hat... toll hier sind alle kaputt.


    Klar, macht ja auch Sinn, an dem Stecker läuft immer das Öl aus der Kurbelgehäuseentlüftung wieder raus und bei mir stand ja bereits Öl schon auf der Ansaugbrücke . Die Beständigkeit gegen Mineralöl ist auf Dauer (30+ Jahre) wahrscheinlich nicht gegeben.


    Also wieder Stunden um Stunden damit verbracht, Kabel von links nach rechts zu ziehen. Diesmal habe ich mich allerdings auf die 4 beschränkt und nicht den gesamten Kabelbaum neu gemacht. Ist trotzdem immer eine Höllen Arbeit von der man am Ende des Tages nichts sieht.


    Anschließend alles wieder zusammenstecken und schauen, ob der Wagen jetzt besser läuft.


    Okay, Batterie war schwach also überbrückt und zack angesprungen, läuft. Ich lasse den Wagen auf der Hebebühne ab und als die Räder den Boden berühren geht der Motor aus. Als wolle er mir sagen "hast du mal aufs Thermometer geschaut? -8°C da bleibe ich in der Halle!"


    Alles Leiern half nichts, der Motor sprang nicht mehr an. Leider hatte ich keine Zeit und musste es damit auf sich beruhen lassen. Meine erste Diagnose, die Benzinpumpe fördert nicht. Er sprang an, mit dem Rest an Sprit in den Leitungen und als der Druck dann vollends weg war wollte er wohl nicht mehr.


    Pro Forma schon Mal eine neuen Benzinpumpe geholt (nicht dass ich die damals mit dem Tank gleich ersetzt hätte) und wenn man schon mal dabei ist gleich einen neuen Benzinfilter. Kann ja nicht schaden. Vielleicht sind ja bei der 1 jährigen Standzeit die Aditive verharzt. Wenn man einfach nicht mehr weiter weiß fängt man plötzlich an zu "glauben" statt zu "wissen" und Logik wird durch Emotionen ersetzt.


    So nun heute den Filter getauscht aber da war kein Dreck drin. Sicherung der Spritpumpe überprüft, alles in Ordnung. Funken überprüft, auch da war alles super. Benzinpumpe springt mit Zündung hörbar an. Bei den Überprüfungen es immer mal wieder versucht aber er sprang weiterhin nicht an.


    Beim Anheben auf der Bühne hat man dann gesehen, dass der feine Herr unter sich gemacht hat... eine Benzinlache. Überraschung, es tropft aus der Verbindung zwischen Abgaskrümmer und Kat. Nicht zu wenig Sprit, sondern zu viel ist das Problem. Jetzt mal den Ansaugschnorchel weggebaut und siehe da, mit Zündung (Schlüsselschalter Stellung 1) macht das Einspritzventil einfach auf.


    Das sind die Momente, an denen man an nichts mehr glaubt. 4 Kabel und ich schaffe es nicht mal die anständig zu verlegen. Das kann doch Alles nicht wahr sein... Männer ich brauch ein Bier und ja ich weiß wie früh es ist aber ich falle hier gerade vom Glauben ab. Ich weiß ich habe 2 linke Hände aber selbst ein dressierter Affe kann sich Farben besser merken.


    Denkste, Kabel waren alle wunderbar, gingen an die richtigen Pins und hatten alle Durchgang. Am Stecker gemessen, ja mit Zündstellung 1 liegen ~5V an. Aber warum, wer steuert das... das Steuergerät. Man erinnere sich vor einer Woche hatte ich das getauscht, weil ich dieses ja im Verdacht hatte. Steuergerät umgesteckt, Ölwechsel gemacht (das stank mittlerweile nach Sprit und 150-200km nach dem Motoraufbau waren auch schon auf dem Tacho), alles trocken gepustet, Motor springt sofort an und läuft. Leerlauf wunderbar ruhig. Nimm das gut super an. Tourt auch direkt wieder ab. Das alles war auf der Hebebühne, ohne Last aber ich verstehe meine kleine Auto Welt nicht mehr.


    Ein Lager einer Antriebswelle geht kaputt. Man ersetzt 4 Kabel und danach ist das Steuergerät defekt? Ich glaub das alles irgendwie nicht aber wie gesagt, man kommt dann irgendwann ab von Rationalität und dankt dem allmächtigen Schraubergott und bittet um seinen Segen, dass es diesmal endgültig sein möge.

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