Abwrackprämie ok oder nicht ok wie 2009

  • Ich denke, es gibt drei kategorien von Menschen:


    1: E-Mobilität funktioniert nicht! (Bei diesen Leuten ist jede Diskussion sinnlon. Sie wissen ALLES besser, haben für alles eine gegenfrage und obwohl sie sich selbst nicht schlau gelesen haben wissen sie das ein E-Fahrzeug 30x schlechter ist wie ein verbrenner. Quellen nennen diese Leute komischerweise nie. Diese Infos sind diesen Leuten quasi in die Wiege gelegt. Sind mir dem verbrenner geboren, werden damit sterben. :D:thumbsup: )


    2: Skeptisch, aber neutral eingestimmt. Nie gedanken dazu gemacht, geben es aber auch zu. ( Diskussionen verlaufen gut und sachlich, fachlich geantwortet wird die Meinun meist Positiv.
    Einmal positiv gestimmt machen sich die Leute selbst gedanken und wenn man sie wiedersieht haben sie sich Informiert. Dann kommt meist "In ein Paar Jahren wenn die Technik besser ist kauf ich mir auch einen"


    3: Positiv voreingestimmt, gehen offen mit dem Thema um. (Da möchte ich mal "Leyland" als perfektes Beispiel nennen. Er wollte beim Doppelwobber Treffen 2016 meinen Citystromer fahren und hat mich angesprochen. Natürlich habe ich die fahrt angeboten und er ist gefahren. Nach ein paar Metern und "umgewöhnung" (Weil es funktioniert) machte es spaß, beim abstellen später sieht man ein Grinsen auf den Lippen. ==> :D .
    Danach hat er das Internet durchsucht, überall infos gesammelt und "Meinungen" hinterfragt. Direkt ein E-Auto gesucht und nach einem Monat hatte er bereits einen Hotzenblitz. Sammelte die ersten erfahrungen und ist inzwischen zu 100% überzeugt und wird sich vermutlich bald ein neues E-Auto kaufen. Den Sion der bald bestellbar ist. Und als KFZ Mechaniker hat er den Verbrenner komplett abgeschrieben :] 
    Und hier sehe ich gewisse parallelen zu Lucas :D


    In Kurzfassung:
    - E-Mobilität funktioniert nicht - Jedes gespräch ist sinnlos
    - Offen, diese werden später sich vermutlich ein E-Auto kaufen
    - Positiv. Haben meist noch gedanken das die Technik noch besser wird und warten wollen... wollen aber ein E-Auto. Haben sie erstmal eins ist der verbrenner spätestens 2 Wochen später total abgeschrieben und für nicht mehr stand der Technik befunden.



    DAS IST MEINE PERSÖNLICHE ERFAHRUNG!


    Bei mir hat es auch schleichend angefangen.
    Ciystromer angeboten bekommen und nur gekauft weil er selten war.
    Dann Informiert, nachgefragt, nachgerechnet... gemerkt: Funktioniert ja? ?( Wieso sagen alle etwas anderes?
    Dann lief das gute stück und ich hab mich schnell daran gewöhnt. Ein Jahr später war bereits unser Zweitwagen elektrisch, ein Golf GTE.
    Bereits schnell gemerkt, der Verbrenner nervt _patsch Erst leise, ruhig, flott unterwegs, nach 35km springt der Verbrenner direkt vor der Haustür an und "Bruummmmm" Vibrationen...
    Ein Jahr später folgte der aktuelle E-Golf.
    Fahren macht richtig spaß :thumbsup: Verbrennungsmotor wird überhaupt nicht vermisst.


    Geladen wird an der eigenen Photovoltaikanlage. Diese ist am Golf 2 Citystromer-Akku angeschlossen und habe seit dem die Anlage läuft (gleichzeitig kam der E-Golf) 200kwh gekauft und 1450kwh ingesammt verbraucht. Macht eine Autarkie von über 85% MIT Elektrisch fahren. (In 3 Monaten 4500km gefahren) Natürlich wird es im Winter schlechter, funktioniert aber "erstaunlicherweise". Im gleichen Zeitraum hätte ich ca 400Euro an spritt bezahlt. Die Anlage läuft auch nicht mit Luft und liebe, aber wenn ich nur die Stromkosten rechne, dann hat sich die Anlage in 15Jahren beim aktuellen Strompreis selbst bezahlt. Netter Nebeneffekt: Der Citystromer Akku hat mich dann NICHTS gekostet. (Lebensdauer vom Akku siehe Citystromer Tagebuch)



    Was ich interessant finde: die Leute reden davon dass der Motor oder die Steuerung besser werden in den nächsten Jahren. Das ist ganz einfach falsch. Die kann man nur noch preislich optimieren. Der Unterschied beim alten E-Golf (vor Facelift) und dem neuen ist NUR der Akku und das Ladegerät (welches zuvor in der USA Serie war wurd nun auch in der EU angeboten). Also ist der Aktuelle E-Golf von der Antriebstechnik eigentlich stand von 2013. War damals "out" und heute "in"? Also eher Kopfsache...


    Preislich werden E-Fahrzeuge nur durch die Stückzahl interessanter. Vor 2020 ist aber kein deutlicher Anstieg zu erwarten. Es geht eher schleichend... aber nur in die E-Richtung.


    Der Schlüssel zum erfolg ist der Akku. E-Autos wurden in dem moment interessant und wirtschaftlich als die Lifepo Akkus herauskamen.
    Mein Citystromer hat eine Effizienz von 85% und das Bj 1984! Spitzenleistung 28kw bei 100V, der neue E-Golf hat 380V bei 100kw. Wenn ich bei mir 380V einbaue habe ich also die gleiche Leistung bei ähnlicher Effizienz. :D Wer also länger wartet bekommt kaum kein besseres Auto wie den E-Golf oder Model 3. Ausser Preis, Ladeleistung oder Akkukapazität wird sich nichts mehr groß ändern. Natürlich wird es auch diverse Leistungsstufen geben wenn die Hersteller es wollen.



    Laden dauert noch 45 minuten. Und in Zukunft? Porsche hat nun bereits Ladesäulen für 800V und 350kW in Berlin aufgebaut. Der Akuelle E-Golf hat einen Akku von 35kWh. Wie lange dauert also in zukunft die Ladung? Kurze Rechnung: 350kWh /60Min = 5,8kWh/Min 35kWh / 5,8kWh/Min = 6Minuten. 
    Ein normaler Tankvorgang beim Verbrenner ist nur selten schneller wie 6Minuten inklusive bezahlen.



    Ich bin mir sicher, wenn wir nicht Gaß geben holen wir in sachen Elektromobilität nicht mehr auf. Tesla ist viel weiter als die Deutschen Hersteller. Das geben selbst die Deutschen Hersteller zu!
    500 000 Vorbestellungen beim Tesla Model 3 spricht für sich. Die Nachfrage ist da, Die Post baut selber Autos... wie sehr kann man nur Schlafen?
    In China fahren so viele E-Autos... wurde komplett verpennt oder verdrängt?.
    Meinen wir also: E-Mobilität funktioniert nicht und investieren darin nicht, werden wir in Zukunft keine Autos mehr verkaufen / mindestens deutlich weniger.
    Treibende Kraft ist nicht Deutschland, auch wenn wir Deutschen das gern denken.



    Und Strom ist genug vorhanden, wäre das nicht der fall würde es keinerlei Förderung und co geben. Alles panikmache.




    Und zuletzt:
    Ich bin komplett gegen Förderung!
    Es soll sich die Technik durchsetzen die am besten ist.
    Beispielweise sollte auch Athomstrom komplett in Firmenkosten liegen. Wieso bezahlt der Staat die Entsorgung und Endlagerung? Müssten die Energieversorger den Müll zwischenlagern hätten sie nie solche Kraftwerke gebaut. Nachhaltige Energien werden sich daher schon zwangsläufig durchsetzen, auch im sachen Auto.

  • 4. E- wie Einfach immer Elektrisch :hirnschnecke:


    Woher wusste ich wohl dass nun so etwas von dir kommt. :D


    Du nummer 1, ich nummer 4.
    Also im mittel sind wir Neutral :driver:


    Davon mal abgesehen. Ich hab auch den A6 noch, super Auto, super Diesel. Hat auch noch seine berechtigung und wird gefahren bis er auseinander fällt.
    Komplett abgeneigt bin ich also nicht, sehe nur keine Zukunft mehr darin da ich (auch Beruflich) sehe was möglich ist.


    Am meisten nervt mich einfach dieses nichtwissen was als Fachwissen verkauft wird. Normalerweise steige ich schon garnicht mehr in Diskussionen ein, nervt nur noch... Immer laufen lassen, der Trend geht dahin, mit oder ohne mir. :wink:


    Jedenfalls mache ich es so und bin glücklich damit. Also alles super. :D

  • Danke Alex für deine Beiträge!


    Endlich einer, der so ein Auto auch fährt und somit quasi "live" berichten kann.


    Ich kann dir nur beipflichten. Die Kategorisierung der Personengruppen stimmt wohl auch.


    Zu mir hat kürzlich ein Händler gesagt: E-Mobilität kannst du den Leuten nicht mit Argumenten verkaufen. Das müssen die Leute erleben, dann denken sie um. Ich finde er hat recht.


    Bezüglich der weltweiten Entwicklung gehe ich sogar noch weiter. Deutschland hinkt hinterher und zwar massiv. USA, China, Japan, ja sogar Frankreich (!!) ist den deutschen Autobauern um Jahre voraus.


    Ich hoffe das hat man erkannt und man tut jetzt auch endlich was dagegen. Sonst wird Wolfsburg das zweite Detroit. Jede Wette, trotz der Größe und Macht des Konzerns!


    Aber es gab ja in der jüngeren Vergangenheit auch schon einen Weltmarktführer der gesagt hat: Ein Smartphone wird immer ein Nischenprodukt sein und nie die große Masse erreichen. Leute, das ist keine 10 Jahre her und Nokia ist Geschichte. Ein paar halbherzige Versuche doch noch fußzufassen kamen zu spät. Einzig der Name wird heute noch ausgeschlachtet.


    Nur so zur Info: Nokia war 1. schweinereich und milliardenschwer. Also kein kränkliches Unternehmen. Zug verschlafen, zack weg. So schnell geht das heutzutage.


    Zieht man hier die androhende Paralelle weiter wäre der us-Amerikaner beim Smartphone Apple, beim Auto Tesla. Fragt sich nur welcher Chinese kommt, beim Handy heißt er Huawei...


    Wie hießen die Handyhersteller vor dem Smartphone noch gleich: Siemens, Bosch, Alcatel, Nokia, Ericsson... Wer sprach damals von Samsung, Apple, Huawei, LG und wie sie heute alle heißen. Aus Siemens, Bosch, Alcatel usw kann bald VW, BMW, Mercedes ... werden. Die Gefahr besteht.


    Die Welt ist zu schnelllebig geworden, dass man sich solche Fehler über Jahre hinweg erlauben kann.


    Kommen die deutschen Autobauer nicht bald auf die Beine, siehts finster aus. Das ist leider kein Märchen. Ein paar wenige (Premium)hersteller können den Markt nicht diktieren. Der Kunde im Ausland ist mittlerweile viel aufgeklärter als bei uns hier und der Markt verlangt nach E-Mobilität.


    Nur uns wurde eingeredet: Verbrenner gut, Elektro böse. Das kam aus der Lobby. Die Gründe dafür sind uns ja mittlerweile bekannt.


    Vor 2 Jahren hätte ich auch noch unterschrieben, dass ein E-Autos was für vegane, alternativdenkende Grünwähler ist. Da hatte ein UP! 150km Reichweite. Die Wahrheit lag aber eher bei 80 - 90 km. Ein Hybrid war zu schwer und deswegen auch wieder träge. Das Problem war schlichtweg nicht gelöst.


    Heute sind die Fakten andere und damit ist die Alternative da und keiner propagiert sie (ausreichend).


    Vielleicht hat der Dieselskandal ja auch was gutes und das Autoland Deutschland gerade noch rechtzeitig aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

  • Danke!


    Finde fand es echt interessant wie du über die Gläsernde Manufaktur berichtet hast. Mal hin, zack und im Kopf hat es klick gemacht. :D


    Ich hab bisher nur negative Erfahrungen gemacht bei den Händlern in der nähe. Pure verweigerung und schlechtreden über das Auto, nagut das können die sich in Dresden nicht erlauben. :)


    Ich persönlich hoffe auch dass der "Diesel" die Deutschen Autobauer zum umdenken bewegt hat, falls nicht ist es nur eine frage der Zeit bis die Konkurrenz in Deutschland ankommen.
    Bei Volkswagen hat Herbert Diess neulich dies gesagt:

    Zitat

    Wer sind unsere Wettbewerber?
    In der alten Welt sind es Toyota, Hyundai und die französischen Hersteller. In der neuen Welt ist es Tesla. Wir müssen an­erkennen: Das Unternehmen ist nicht nur beim Elektroantrieb, sondern auch bei neuen Technologien wie dem autonomen Fahren, der Fahrerunterstützung und der Verbindung mit dem Internet ebenso gut unterwegs wie bei neuen Vertriebskonzepten. Und es hat auch Schnellladenetzwerke etabliert. Tesla gehört zu den Wettbewerbern, die über Fähigkeiten verfügen, die wir zurzeit noch nicht haben. 50 Prozent der Ingenieure zum Beispiel sind Software-Experten; bei uns ist es noch ein viel zu kleiner Anteil.


    Quelle: http://inside.volkswagen.de/Im-Dialog-mit-Mitarbeitern.html
    Zeigt zum einen wie ernst die Lage ist, zum anderen dass Hoffnung besteht. Wir fahren aber defitiv hinterher.


    Tesla wird dazu immer mehr zum Trend, ich persönlich kenne 8 Model 3 vorbesteller...


    Der Vergleich mit Nokia ist gut, Kodak war aber genau so dumm. Erst selbst die Digitalkamera entwickelt und in die Schublade gelegt. "Möchte niemand" Und? Heute?

  • Erst mal ein paar Worte zur Ursprungsfrage:
    Die aktuellen Prämien finde ich wirtschaftlich und ökologisch zumindest fragwürdig. Warum?


    1. Das Umweltfreundlichste Auto ist das, was schon da ist. Zumindest, wenn ich von normalen, sagen wir 10 Jahre alten Pkw ausgehe. Ein neues Auto muss schließlich auch erst einmal hergestellt werden. Das Kosten den Hersteller und die Zulieferer Energie, es wird durch den Transport von Teilen und des Autos CO2 produziert, es müssen diverse Chemikalien verarbeitet werden und so weiter. Dann muss das Altfahrzeug ja auch noch entsorgt und zu einem möglichst hohen Anteil recycelt werden. Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, da diese Rechnung mal während der ersten Abwrackprämie veröffentlicht wurde. Aber demnach müsste ein neues Auto erst einmal ca. 150tkm halten, bis es sich aus ökologischer Sicht gegenüber dem Altfahrzeug einen Vorteil verschafft hat. Gut, bezüglich E-Autos weiß ich nicht, ob diese Rechnung in der Form haltbar ist. Da haben sich andere hier im Forum bereits mehr mit der Materie befasst (ich gehöre nicht zur Gruppe 4 :wink: ). Aber im Ursprungstread ging es ja um (Diesel-) Verbrenner.
    Ein schon vorhandenes, sagen wir 10 Jahre altes Auto, könnte bei vernünftiger Wartung vielleicht noch einmal 10 Jahre fahren. Damit wäre es ökologischer als ein neues Auto, was vielleicht 0,1 Liter weniger verbraucht. Aber Autos werden heutzutage nun mal nicht mehr so lange gefahren. Es muss ja immer die neueste Technik sein. Außerdem wird man ja vom Nachbarn schief angeschaut, wenn man so einen "alten Stinker" fährt.
    Die Frage ist ja, wie viel umweltfreundlicher sind denn die neuen Autos? Was hat sich bei den Motoren denn wirklich getan? Wir haben uns vor ein paar Monaten einen neuen Kia Ceed gekauft. Gut, nicht ganz neu, sondern EU-Wagen mit Tageszulassung. Aber Euro 6, Start-Stop-Schei*e und dem ganzen Zipp und Zapp. Natürlich vergleiche ich den Kia mit meinem Golf PN. Und was stelle ich fest? Der Kia zieht mit seinem 135 PS starkem Benziner nicht wirklich besser als der 27 Jahre alte Golf mit 70 PS. Auch der Verbrauch ist nicht niedriger als beim Golf, sondern gleich hoch. Zur Ehrenrettung des Neuen muss man allerdings sagen, dass er als Kombi deutlich größer und schwerer ist als der Golf. Außerdem fahren wir meist mit eingeschalteter Klima, da wie bei vielen modernen Autos sonst die Scheiben beschlagen (es lebe der Fortschritt). Naja, es ist ja ein Euro 6, damit liegt man ja in ganz anderen Steuerregionen als beim Golf. Liegt man auch. Der Ceed kostet knapp 130 Euro pro Jahr. Der Golf etwas über 100 Euro dank Minikat. So, und nun die Preisfrage: Was hat die Autoindustrie eigentlich die letzten 27 Jahre lang gemacht? Welchen Kostenvorteil hat der Neue? Richtig, gar keinen. Er hat nur ein bisschen mehr Luxus an Bord und sieht moderner aus. Das war's. Dafür piept er mich blöd an, wenn ich den Schlüssel stecke und die Tür noch auf ist. Man hört schon raus, es wird wohl unser letzter Neuwagen bleiben...


    2. Ganz banaler Grund für mich gegen die Prämien: Jeder Kaufmann, egal aus welcher Branche, wird bestätigen können, dass jegliche Form von Rabatten vorher auf das Produkt draufgerechnet wurden. Also ist der Preis mit Prämie in meinen Augen nicht angemessen, sondern er war vorher ganz einfach zu teuer.


    3. Wer bezahlt eigentlich eine mögliche staatliche Prämie? Ich als Steuerzahler. Und da möge mir doch mal bitte jemand den Grund nennen, warum von meinem Geld jemand belohnt werden soll, der seinen Geldbeutel bei der damaligen Wahl seines Autos als wichtiger angesehen hat als unsere Umwelt und sich einen Diesel gekauft hat? Und das nun schon wieder vor hat? Denn Fakt ist, vor ein paar Jahren waren die Diesel zwar sparsamer, aber definitiv die größeren Dreckschleudern als die Benziner. Mit den ganzen Turbo Direkteinspritzern bei den Benzinern kippt das nun natürlich wieder.



    Noch ein paar Worte zur E-Auto-Diskussion:
    Ich denke nicht, dass die Verbrenner sich noch ewig lange halten werden. Auch wenn ich meinen Golf und auch dicke Ami-V8 liebe, gehe ich nicht davon aus, dass das die Zukunft ist. Gefahren bin ich ein E-Auto noch nicht, werde das aber bei Gelegenheit tun, wenn das Modell E von Tesla als Vorführwagen verfügbar ist. Denn das ist für mich der "vollwertigste" Hersteller von E-Autos. Als damals der Tesla Roadster raus kam, gab es einen ausführlichen Bericht in der "Chrom & Flammen", einem Magazin, dass sich mit Hot-Rods, Customs und fetten V8 befasst. Aber es war kein Verriss des Roadsters, sondern die Autoren (eingefleischte V8-Fans) waren bereits damals der Meinung, dass das die Zukunft ist. Obwohl das Auto noch Kinderkrankheiten hatte, waren sie total begeistert. Zu der Zeit bedeutete E-Auto in Deutschland noch in etwa eine kleine 1-2 sitzige Plastikbüchse irgendwo zwischen Fahrrad und Simson Schwalbe mit einer Reichweite von 50 km. Damals haben die "etablierten" Hersteller tesla nicht ernst genommen. Selbst schuld. Elon Musk hat damals schon seine Pläne vorgestellt, so hieß es in dem Artikel, dass der Roadster eher als Experimentalfahrzeug und Spielzeug für Reiche angesehen wird, danach sein ein Oberklasseauto geplant um die Technik Großserientauglich zu machen und danach ein bezahlbarer Mittelklassewagen. Gut, heute wissen wir, dass nach dem Modell S noch ein weiteres hochpreisiges Auto kam. Aber mit dem Modell E bringt Tesla nun das vor 10 Jahren angekündigte Mittelklasse-Auto. Ich vermute mal, der erste Kleinwagen wird in ein paar Jahren folgen. Und was machen die deutschen Hersteller? Bieten uns den E-Golf mit 150km Reichweite an. Wow. Super. Nix kapiert. Setzen, 6.
    Mit Sicherheit ist der Golf ein schönes Auto. Aber wie in Gottes Namen kann man den Riesenvorteil der Reichweite, die nun mal beim E-Auto immer kaufentscheidend ist, derart kampflos der Konkurrenz überlassen? Hier ruht sich VW in meinen Augen auf seinem Namen aus, die Käufer kommen schon von alleine. Das wird auch so sein, es werden trotz besserem Preis-Leistungs-Verhältnis der Asiaten ja noch genug VWs verkauft. Aber die Frage ist doch, wie lange das noch so funktioniert?


    Den Punkt mit der geringen Reichweite der E-Autos habe ich übrigens lange Zeit genau so gesehen. Im Alltag ist mir das aber herzlich egal. Ein E-Golf würde mir mit seinen 150km zwar nicht reichen, ein Tesla aber schon. Und für Reisen wird sich auch eine Möglichkeit finden. Entweder per Schnelllader (Tesla hat mittlerweile in Europa ein flächendeckendes Netz an Superchargern) oder per Autotransport. Ich könnte mir gut vorstellen, das die Bahn wieder Autoreisezüge anbieten wird, wenn sich E-Autos mehr und mehr durchsetzen. Dabei könnte das Auto sogar geladen werden, denn der Ladestrom für ein E-Auto dürfte im Vergleich zu dem was sich die Lok aus der Oberleitung zieht eher gering sein.
    Vielleicht wird es ja auch für die 1-2 Langstrecken im Jahr einen Generator geben, den man ähnlich wie einen Fahrradträger am Heck befestigt? Wäre auch eine nicht uninteressante Möglichkeit.

  • ...das mit der fehlenden Reichweite ist ein Problem und es ist auch keins. Für die meisten werden auch 150 Kilometer am Tag - und das eigentlich an einem Stück - reichen.
    Fährt man morgens und abends eine Strecke gibt es gnügend Zeit um dazwischen aufzuladen.
    Ich glaube hier spielt eher Gewohnheit oder die Psychologie eine nicht unerhebliche Rolle.


    Ähnlich mit dem Smart. "In diesem Auto hab ich ja keinen Platz" , eines der Hauptargumente gehen dieses Auto. Die Statistik besagt und wenn man selber drüber nachdenk das die vier bis fünf Sitze und das Ladevolumen in 90% der Fälle nutzlos mitgeschleppt werden. (je nach Famillienstand etc)


    Meine Schwester hat einen Smart für den Alltag und für weite Strecken (Urlaub) mietet sie sich ein größeres Auto. Ich dachte zuerst das dieser Ansatz wohl sehr teuer ist - weit gefehlt. Das Mietauto ist nicht wirklich teuer - da ist man mit dem eigenen Auto mit Verschleiß und Wertverlust auch nicht besser. Hätte ich alles so nicht gedacht.


    Man muss halt ein bisschen Planen und vorausdenken - das ist anders. Gewöhnt man sich auch dran.


    Ich bin 2008 oder 09 in WOB den Golf 5 als E-Auto gefahren. Der war schon serienreif und wenn ich das noch richtig weiß den E-Autos heute sehr ähnlich was Reichweite etc. angeht. Die Fahrleistungen waren richtig gut und die Standklimaanlage war top :D 
    Das ist schon einige Jahre her und dafür hat sich bei VW wirklich wenig getan.