Ein knackiges Hallo!

  • Ich bin seit Ewigkeiten stolzer Besitzer eines VW Golf Kombis. Der Wagen ist über die Jahre durchgehend gepflegt worden, hat erst einmal (grmpf!) ein wenig Salz gesehen und wird sonst nur im Sommer bzw. ausnahmsweise mal bei lauen Wintertagen bewegt, wenn nix gestreut ist. Einmal im Jahr nehme ich den Wagen hoch und kontrolliere den Unterboden und sämtliche Anbauteile. Der Wagen wird insgesamt wenig bewegt.


    Diesmal werden die Schwellergummies ersetzt. Mit Entsetzen musste ich teilweise losen Sitz feststellen. Hallo, und das nach 21 Jahren? Ich bin echt sauer :whistling: . Nun, da aber alles nachträglich hohlraumversiegelt ist, sind wenigstens keine Rostansätze sichtbar, wenigstens bei den bislang kontrollierten Pfopfen. Also werde ich in den kommenden Tagen mal alle Gummipfopfen ersetzen (sind bestellt). Diesbezüglich werde ich eine kleine Dokumentation starten. Auch darüber , wie es wieder mal hinter dem Spitzschutz vorne aussehen wird :cursing: . Naja, da kommen dann auch neue Schrauben rein.


    Ich glaube diese Gummieverschlüsse sind ein echter Schwachpunkt. Bei mir erst so spät fällig, weil wie gesagt kein Winterbetrieb, wenig Gesamt-km und regelmäßige U-Schutzkontrollen erfolgt.

  • So,


    zum Austauschen der Dichtungen, also Gummipfropfen sei gesagt, dass sich im hinteren Radkasten jeweils in Fahrtrichtung zwei befinden, Beim Herausfriemeln aufpassen, dass die Dichtung nicht im Holm verschwindet (am besten an einer Seite herausziehen, Zange nehmen und vorsichtig weiterziehen. Wenn Euer 3er noch gut im Saft steht, sieht der Metallkreis noch wie ein Babyarsch aus. Dann ordentlich Hohlraumschutz reinjauchen, neue Dichtung vorsichtig reindrücken und auf Sitz kontrollieren. Ich habe noch schönen Unterbodenschutz drauf gestrichen, damit die Sache hundertpro dicht wird (Wasserbereich beim Fahren). Das gleiche könnt Ihr mit den Dichtungen unter dem Schweller fortfahren. Bei mir war alles rostfrei, aber eben auch teilweise furztrocken (Danke Fachfirma, die ich beauftragt hatte, das fachgerecht zu versiegeln, echt unter aller Sau, alles muss man kontrollieren!!!). Hab da also Fluidfilm reingeblasen. Es gibt noch weitere Dichtungen unter dem Wagen, unter anderem am Querholm hinten, also hinter dem Tank hinten am Wagen. Keine alten Dichtungen bzw. Pfropfen verwenden, sondern gleich neue, wenn ihr sie rausnehmt. Falls Ihr alte Dichtungen belassen wollt, ohne sie anzufassen, und sie noch gut sitzen, dann rate ich zu einem Unterbodenschutz-Sprühkreis am Rande der Dichtungskreise. Gummipfropfen, die definitiv das zeitliche gesegnet haben, liegen am äußeren Kreis nicht mehr am Blech auf, sondern der Rand hängt lustlos runter.


    Vorne befinden sich hinter den Vorderrädern, auf Ende des Türschwellers vorne, zwei Aufnahmen für die Hebebühne. Hier sind auch insgesamt zwei Gummipropfen verbaut, aber andere (längere). Normalerweise sind diese Metallholme immer etwas angebogen, so über die Jahre. Gleich Pfopfen raus, Hohlraumschutz rein, neue Pfropfen reindrücken und dann schön mit Unterbodenschutz einstreichen. Bei der Gelegenheit gleich mal gucken, obs durch die Verbiegungen nicht zu Rost gekommen ist.


    Radhäuser vorn


    Man muss weder auf die Bühne noch Grube, sondern kann hinter dem Spritzschutz auch so schön sauber machen. Die meisten alten Dreier haben diese klassischen Schweißbleche unten am Kotflügel, beginnend unter dem Zierstreifen. Genau dahinter sammelt sich der Dreck. Also Rad einschlagen, Kippe anzünden und sutsche die beiden unteren Schrauben von der Radhausverkleidung lösen. Oben befindet sich (nach hinten gesehen) auch noch eine Schraube, sowie entgegengesetzt vorne im Radlauf. Diese vier Schrauben reichen, um den Radhausschutz wegbiegen zu können. Ich kann so schon sagen, dass es nicht sauber aussehen wird. Also ab zum Cleanpark und raus mit dem Modder. (bei der Gelegenheit siehe Absatz 3). Trocknen lassen und dann schön mit Hohlraumschutz oder Sprühunterbodenschutz aussprühen. Gleich drei neue Schrauben holen mit Unterlegscheiben bei VW. Die vierte (Radhaus außen) lieber wiederverwenden. I.d.R. ist die noch gut, außerdem verkauft VW gerne längere Schrauben, die ihr gerne für die anderen Schraubenlöcher nutzen könnt, aber vorne muss sie kurz sein! Ich drehe die Schrauben immer mit viel Fett rein, kann nicht schaden (solange man nicht bei den Radbolzen damit anfängt). Zeit für beide Seiten etwa 3-4 Stunden.


    Wenn Ihr beim Cleanpark seid, um eure Feuchtbiotope in den Radkästen vorne fachgerecht zu entsorgen und sie dem biologischen Naturkreislauf wieder zuführt, könnt ihr bei der Gelegenheit gleich die Tankstutzendichtung abziehen. Hierzu die Einkreis-spirale vorsichtig rausfriemeln, Tankdecken abschauben (möglichst ein sauberes Tuch in den Stutzen) und Dichtung abziehen. Dann entsetzt über den widerlichen Dreck an Dichtung und im Radkasten oben entnervt pupsen, Tuch aus dem Stutzen, Deckel drauf und rein mit der Sprühpistole. Ich kann Euch so sagen, mit dem, was da rauskommt, kann man mehrere Erdbestattungen vornehmen. Vor allem kommt man da bei normaler Unterbodenwäsche nie ran. Alles schön sauber machen, trocknen lassen und dann mit Sprühunterbodenschutz versiegeln (hierbei wieder Tankdeckel ab, Tuch rein). Geht gut, man kann auch vom Radkasten aus gut sprühen, ohne das Rad zu entfernen. Durch das Sichtfenster Tankdeckelöffnung ist alles gut sichtbar. Dann Dichtung reinigen (auch Ablauf-Pimmel, der ist sicher dicht, mit kleinem Schraubendreher freiknüsteln), runden Rahmen etwas einfetten, Dichtung rein, und die Einkreis-Spirale einsetzen.


    Das sind so die Arbeiten, die ich in diesem Sommer erledigt habe. Die meisten Autos sind gewaschen, aber wie es unten und in den Falzen ausschaut, naja. Für mich ist eben auch der Unterboden wesentlich. Da gibt's massig Stellen, die anfällig sind oder wo sich gerne Dreck sammelt. Mein Kombiboden ist schon recht weitläufig. Da gibt es jährlich immer was zutun.


    Die Rostvorsorge von VW war bei diesem Modell echt unter aller Sau. Kein Wunder, dass so viele 3er schon zu Zeiten der Abwrackprämie Opfer kaufgeiler Autofahrer wurden.


    Meiner lebt nur noch, weil der gut gepflegt wird und im Winter schön stehen bleibt. Trotzdem und auch ohne Salz verhärten Schutzschichten und müssen regelmäßig einmal jährlich gecheckt werden.


    Als Prämie fahre ich ein Auto, an dem man noch Hand anlegen kann, dass komfortabel ist und behäbig über die Straßen rollt. Ganz ehrlich, ich möchte keinen anderen Wagen. Ich mag die Gurke auch deshalb, weil ich ihn fast in und auswendig kenne.