Elektrifizierungsoffensive - VW-Konzernmarken bringen 80 neue Elektrofahrzeuge bis 2025 zu den Kunden

Der Volkswagen Konzern startet mit seiner „Roadmap E" die umfassendste Elektrifizierungsoffensive in der weltweiten Automobilindustrie: Bis spätestens 2030 wird Volkswagen sein gesamtes Modellportfolio durchgängig elektrifizieren. Das heißt: Spätestens dann wird es von jedem der rund 300 Konzernmodelle mindestens eine elektrifizierte Variante geben, über alle Marken und Märkte hinweg. Damit ist Volkswagen der erste große Mobilitätskonzern, der sich auf ein Datum für die volle E-Fähigkeit seiner Flotte festlegt. Allein für die Ausstattung der eigenen E-Flotte benötigt der Konzern bis 2025 eine Batteriekapazität von mehr als 150 GWh pro Jahr. Das entspricht einer Jahreskapazität von mindestens vier „Gigafactories" für Batteriezellen. Dafür hat das Unternehmen eines der größten Beschaffungsvolumen in der Geschichte der Industrie ausgeschrieben: mehr als 50 Mrd. Euro.


„Wir haben verstanden und wir werden liefern. Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung, sondern eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen", sagte Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, beim Konzernabend zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. „Die Transformation in unserer Industrie ist durch nichts aufzuhalten. Wir werden diese Transformation anführen", so Müller.

Bereits in seinem im Juni 2016 vorgestellten Zukunftsprogramm „TOGETHER – Strategie 2025" hatte Volkswagen die Elektromobilität als eines der zentralen Handlungsfelder fest verankert – und zugleich das Ziel ausgegeben, bis 2025 die weltweite Nummer Eins in der Elektromobilität zu werden.

Dabei geht Volkswagen davon aus, dass im Jahr 2025 bereits etwa jedes vierte neue Fahrzeug des Konzerns – und damit je nach Marktentwicklung bis zu drei Millionen Einheiten jährlich – rein batterieelektrisch angetrieben sein könnte.

Zur diesjährigen IAA zündet Volkswagen nun mit der „Roadmap E" die nächste Stufe und schärft seine Produktplanung, um die Elektrifizierung seines konzernweiten Fahrzeugportfolios massiv zu beschleunigen. Bis 2025 werden die Konzernmarken insgesamt mehr als 80 neue elektrifizierte Modelle zu den Kunden bringen, darunter rund 50 reine E-Fahrzeuge und 30 Plug-In-Hybride. In den Folgejahren wird sich diese Zahl dann in großen Schritten erhöhen, bis gemäß der Selbstverpflichtung spätestens 2030 für jedes der weltweit rund 300 Modelle des Konzerns in allen Fahrzeugklassen und -segmenten mindestens eine elektrifizierte Variante verfügbar sein wird. „Mit der ,Roadmap E‘ schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte von Volkswagen auf und schaffen zugleich die Voraussetzungen für den endgültigen Durchbruch der Elektromobilität. Dann entscheiden nur noch die Kunden, wie schnell sie sich flächendeckend durchsetzen wird", erklärte Müller weiter.


Investitionen in E-Mobilität werden hochgefahren

Mit der „Roadmap E" ist auch eine weitere Aufstockung der Investitionsmittel für das Thema verbunden. Bis 2030 stellt der Konzern mehr als 20 Milliarden Euro für direkte Investitionen in die Industrialisierung der Elektromobilität bereit: in neue Fahrzeuge, die auf zwei völlig neu entwickelten Elektroplattformen basieren, in die Anpassung der Werke und die Qualifizierung der Belegschaften, in die Lade-Infrastruktur, in Handel und Vertrieb und nicht zuletzt in die Batterietechnologie und -produktion.

Das Thema „Batterie" besetzt Volkswagen mit einer mehrstufigen mittel- bis langfristigen Strategie: Zunächst wurde die Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung aller Batteriezellen und -module für den Konzern im „Center of Excellence" Salzgitter gebündelt. Dort baut die Marke Volkswagen auch eine erste Pilotfertigung auf, um Produktions-Know-how zu sammeln.

Allein für die Ausstattung der eigenen E-Flotte mit Li-Ionen Batterien benötigt der Konzern bis 2025 eine Batteriekapazität in einer Größenordnung von mehr als 150 GWh pro Jahr.

Um diesen enormen Bedarf zu decken, wurde eine Ausschreibung für langfristige strategische Partnerschaften für China, Europa und Nordamerika initiiert. Mit einem Auftragsvolumen in Höhe von insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro allein für die Volumenfahrzeuge des Konzerns auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens handelt es sich dabei eines der größten Beschaffungsvorhaben in der Geschichte der Automobilindustrie.

Damit deckt der Konzern seinen Bedarf für die erste Welle der Elektromobilität ab. Perspektivisch bereitet sich Volkswagen bereits auf die nächste Generation vor: die Feststoffbatterie. Auch diese Zukunftstechnologie will der Konzern gemeinsam mit Partnern zur Marktreife bringe.

Müller betonte: „Für uns gehören Verkehrswende und Energiewende untrennbar zusammen. Und es wird entscheidend sein, jetzt schnell eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zu schaffen: in den Städten und entlang der Autobahnen. In Europa und insbesondere im „Autoland" Deutschland muss hier noch deutlich mehr passieren. Nur dann wird das Vertrauen der Kunden wachsen. Und nur dann wird das Elektroauto aus der Nische fahren – und in den kommenden Jahren relevante Marktanteile erreichen. Ich bin überzeugt: Wenn Politik, Energiewirtschaft und Autobauer zusammenarbeiten, wird das gelingen."


Konventionelles Antriebsportfolio als Brücke in das E-Zeitalter

Mit der Ankündigung seiner beschleunigten Elektrifizierungsoffensive spricht sich der Volkswagen Konzern zugleich für einen geordneten Systemwechsel aus – mit dem modernen Verbrennungsmotor als unverzichtbarer Brücke in das emissionsfreie Zeitalter. „Um nachhaltige und bezahlbare Mobilität für Viele möglich zu machen, werden wir bis auf weiteres das gesamte Antriebsspektrum anbieten – von konventionell bis 100 Prozent elektrisch. Das ist kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern ein Gebot der Vernunft", so Konzernchef Müller.

Unabhängige Studien zeigen, dass die aktuelle Generation der Verbrennungsmotoren aus dem Volkswagen Konzern zu den sparsamsten und saubersten im Wettbewerb gehört. Die aktuellen Euro 6 Diesel schneiden im neuen, realitätsnahen WLTP-Prüfzyklus überdurchschnittlich gut ab. Volkswagen wird auch in den kommenden Jahren weiter in die kontinuierliche Verbesserung seiner konventionellen Antriebe investieren.

So bekommt jeder neue Diesel-Motor des Konzerns künftig serienmäßig einen SCR-Katalysator. Die neuen Benziner werden flächendeckend mit Ruß-Partikelfiltern ausgestattet. Weitere signifikante Verbesserungen bei Verbrauch und Emissionen werden mit der nächsten Motorengeneration für die Zeit ab 2019 erwartet. Überdies beschäftigt sich der Konzern mit synthetischen Kraftstoffen aus regenerativen Energien, die Verbrennungsmotoren CO2-neutral antreiben können. Auch das Angebot an Erdgasfahrzeugen wird deutlich ausgebaut. Unter Führung von Audi arbeitet der Konzern zudem daran, auch die Brennstoffzellen-Technologie in Richtung Marktreife zu entwickeln.

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    Kommentare 1

    • ...ist ja alles gut und schön mit der E-Mobilität.
      Nur kann mir mal einer von den schlauen Herren in den Konzernen verraten wo all die benötigten Rohstoffe herkommen sollen für eine flächendeckende E Autoflotte...und zwar auf Dauer ! Wenn man alle Autos auf der Erde die mit Verbrenner fahren als E-Autos ersetzen möchte dann bräuchte man 3 Planeten Erde um genug Rohstoffe zu bekommen...auch daran mal gedacht ?! Bis ein E-Auto hergestellt ist brauchts laut Stand heute mehr Energie als die Karre einspart/einsparen soll...sprich die Energiebilanz ist negativ. Und wie werden die verbrauchten E-Autos eigentlich recycelt bitteschön...ist das auch schon geklärt ?!
      Und was ist denn wenn vom E-Auto X der Akku seine Lebenszeit hinter sich hat...gibt es dafür Ersatz oder ist das immer damit gekoppelt daß man sich dann ein neues E-Mobil kaufen muß obwohl es das alte E-Auto noch tun würde...?!

      Es wäre dann mal an der Zeit zu diesen wichtigen Themen die Hosen runter zu lassen anstatt die zukünftigen Kunden ahnungslos im Regen stehen zu lassen...!!!